loyalbushie

Gedanken über die Kultur des Todes

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Religion on September 19, 2009 at 12:17 pm

Viele Schwestern und Brüder im Glauben werden mir bestätigen, dass es nur eine Person gibt, die Mörder von Anbeginn ist und nichts lieber erreichen möchte, als alle Seelen mit sich in den Abgrund zu reißen. Es ist die Person des Bösen, Satan.

Immer mehr Menschen – ja nicht selten sogar Christen – glauben nicht mehr das „der Böse“ existiert. Man ist dazu übergangen ihn nur noch „das Böse“ zu nennen. Wenn das Böse überhaupt noch Erwähnung findet.

Und wieder andere Menschen gehen mit dem Glauben an das Böse so weit, dass sie versuchen, stets den Teufel dafür verantwortlich zu machen, wenn sie gesündigt haben.

Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass wir Menschen einen freien Willen haben. Uns zwingt niemand Böses zu tun. Wir sind aber verschiedenen Versuchungen ausgesetzt, weshalb wir im Vater Unser zu Gott flehen, dass der Teufel uns nicht versuchen soll. Wir sind diesen Versuchungen ausgesetzt, aber nicht hilflos.

Wie weit jene Menschen in diese Versuchungen geraten sind, sehen wir an den aktuellen Zeichen der Zeit und auch in der Vergangenheit. Wie können sich Menschen dazu bringen lassen, andere zu töten, ihnen das Lebensrecht abzusprechen – ja gar ihr Menschsein zu leugnen?

Dazu sind mir ein paar spontane Gedanken gekommen, die vielleicht noch einer Überarbeitung bedürfen, aber so erst einmal stehen bleiben.

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Einige moderne und aufgeklärte Menschen hatten ein Problem mit einem Gott, der das Leid auf Erden zulässt. Daraufhin haben sie sich von Gott entfernt. Doch was ist passiert? Das Leid ist geblieben, aber für Gott wurden sie blind und taub. Nun haben sie das Leid, aber keinen Gott um es zu mildern – zumindest glaubten sie, dass man Gott einfach abschalten kann. Die Folge daraus könnte sein, dass sich diese Menschen allein gelassen fühlten, obwohl sie es waren, die sich vom Schöpfer entfernten.

Angesichts des leidvollen Lebens brauchten sie Lösungen ohne Gott und somit auch ohne göttliches Gesetz. Das viele Geld, welches gehortet wurde und mit dem man Gesundheit erkaufen konnte, war nur ein Aspekt, um das Leid zu bezwingen. Sie wollten das Leid auf eigener Faust vernichten und vernichteten das Kreuz. (Jesus aber sagte: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“.)
Sie wollten alles human gestalten und sind doch immer mehr inhuman geworden. Sie sahen das Leben zwangsläufig getrennt von einer gewollten und geordneten Schöpfung Gottes und verloren so die Verbindung zum göttlichen Verständnis und den Gaben des Heiligen Geistes. Vielleicht wollten sie auch stets das Gute, aber ohne diese Beziehung zwischen Geschöpf und Schöpfer gelang ihnen das nicht.

Das Resultat sehen wir heute und sehen es aus der Vergangenheit heraus leuchten – denn so etwas passiert nicht nur einmal im Erdzeitalter und auch nicht nur einmal in einer Epoche, sondern ständig und ineinandergreifend. Das Resultat sehen wir heute also aus verschiedenen Richtungen und Zeiten kommen. Das Resultat ist die „Kultur des Todes“. Papst Johannes Paul II. prägte diesen Begriff.

Diese Kultur des Todes steht der Kultur des Lebens gegenüber und ist in ihrem Wesen gottlos, mit allen sich daraus ergebenden Folgen, die nur zum Tod hinführen können. Die Todeskultur tritt überall und zu jeder Zeit in unserem Weltgeschehen auf. Sie ist – wie gesagt – nicht an einer bestimmten Epoche gebunden, bedient sich aber sehr wohl der jeweils zeitgemäßen Mittel. Das alte Römische Reich brachte, zu seinem Ende hin neigend als grausige Spaßgesellschaft, eine fürchterliche Kultur des Todes hervor. Auch in der jüngeren Geschichte sehen wir diese Kultur als Schlusslicht einer Zivilisation aufleuchten, bevor sie endgültig untergeht.

Mit welchem Gesicht zeigt sich nun unsere aktuelle Kultur des Todes? Ich mache es kurz und nenne die wichtigsten Schlagwörter: Abtreibung, Eugenik und Euthanasie. Wer meint die letzten Scheußlichkeiten kämen aus der NS-Zeit und fänden heute keine Verwendung mehr, den muss ich ent-täuschen. Dazu muss man nur einmal an die Debatte um die sogenannte „aktive Sterbehilfe“ und der „Embryonen verbrauchenden Forschung“ denken. Bei letzterem werden u.a. zum Zweck der künstlichen Befruchtung die genetisch besten Embryonen selektiert, die anderen wirft man einfach weg. Und erst in diesem Jahr fand man eine Methode, um rechtzeitig Trisomie 21 bei den Ungeborenen zu diagnostizieren und um sie dann mittels „medizinische Indikation“ abtreiben zu können.

Aber um auf das Leid zurück zu kommen – wie geht nun der postmoderne und aufgeklärte Mensch in seiner trostlosen Welt ohne Gott mit dem Leid um? Eben gerade so, wie es uns die Kultur des Todes anbietet: Indem er im Tod die Lösung sieht. Der Mensch kann die Welt nicht vom Leid befreien, schon gar nicht ohne Gott. Also befreit er sich vom Leidenden und von dem, der Leid in das eigene Leben bringt. Der Mensch befreit sich vom leidenden Menschen, vom todkranken Menschen und von Behinderten. Der Mensch befreit sich von der leidbringenden Leibesfrucht, die bedingt durch das soziale und moralische Gefälle dieser Kultur, für viele Mütter und Väter tatsächlich eine Bedrohung darstellen kann.

Wie bitter aber ist diese Lebensfeindlichkeit, wie lieblos und zwanghaft.

Wollte der „neue Mensch“ nicht frei sein? In Wirklichkeit wird kein Mensch auf dieser Erde dadurch freier, indem er sich von den Leidenden befreit. Im Gegenteil, er wird sich mit der Zeit nur noch mehr eingeengt vorfinden. Denn wer sich von anderen Menschen befreit, fühlt sich irgendwann von sich selber bedroht und möchte sich davon befreien.

Es ist ein Fass ohne Boden.
Das Öffnen der Büchse der Pandora.
Das Rufen der Geister, die man nicht mehr los wird.

  1. Aus Anlass Deines sehr zutreffenden Blogbeitrags zur Kultur des Todes möchte ich ergänzend auf die sogenannte Hassindustrie hinweisen:
    „Meiner Meinung nach liegen die Ursachen in dem Kult der Jugend-Rebellion, im exorbitant wachsenden Medienkonsum der Jugendlichen der immer stärker von dem Global Player Hassindustrie dominiert wird. Dies geschieht Hand in Hand mit einer Hinführung der Jugendlichen zu der Sphäre des Okkulten.
    Schon im Rahmen der Reflexion zu den Ereignissen in Erfurt haben einige Journalisten sich mit diesem neuen Industriezweig auseinandergesetzt, der sich in den letzten Jahren in jugendlichen Subkulturen entwickelt hat, aber zunehmend auch die „Normalos“ in unserer Nachbarschaft erreicht. Zu dieser Hassindustrie gehören neben extremen Metalspielarten (Death Metal, Black Metal etc.), gewaltverherrlichenden und oft okkulten Communities auch große Teile der Computerspielindustrie. Hier sind vor allem die Ego-Shooter-Spiele und Okkult-Spiele zu nennen.“
    Mehr unter: http://blog.theocons.de/index.php/seuche-des-boesen-amok-laeufe-an-schulen

    … ausserdem
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2002, Nr. 100 / Seite 47
    FRANK SCHIRRMACHER: Die Hassindustrie
    Eine Emotion wird Ware: Das Internet gibt Mördern das Gefühl, nicht alleine zu sein.
    „Hier ist der Kern jener „Haß“-Industrie, über die künftig zu reden sein dürfte: Sie reicht von politischen Extremismen über die Spielefabrikanten, Internetgemeinschaften bis hin zu den einzelnen, die auch noch eine Botschaft der Wut und des Hasses haben. Man wird diese Industrie niemals stillegen können. Aber man sollte wissen, daß sie existiert: aus Tausenden wütenden, haßerfüllten, kompromittierten, ängstlichen Usern, Sandkörner unter den Millionen im WorldWideWeb.“
    MfG wanderprediger

  2. Danke fides0et0ratio für den sehr gelungenen Beitrag! Ich denke, wanderprediger spricht einen sehr wichtigen Punkt an, nämlich die Frage, in welchem Umfang sozial schädliche Musikerzeugnisse, Computerspiele etc. die Verrohung, die Gewaltbereitschaft, den Verlust des Respekts und der Achtung vor der eigenen Würde und der des Mitmenschen und die Entstehung und Verstärkung von Hass fördern.

    Die Schläger von München hatten offenbar ein Faible für Rap und Nazi-Musik. Da es sich bei ihnen zum Leidwesen mancher einschlägiger Blogs um keine Jugendlichen mit Migrationshintergrund gehandelt hatte und immer wieder auch andere widerwärtige Verbrechen unter Jugendlichen geschehen, die man nicht auf eine vermeintliche Prägung durch den bösen Islam abschieben kann, besteht möglicherweise Hoffnung, dass der eine oder andere sich vielleicht Gedanken darüber zu machen beginnt, woher das alles wirklich kommt…

  3. Jah, da habt ihr beide recht!

    Und es reiht sich – meiner Meinung nach – auch das hier http://kath.net/detail.php?id=23983 da mit ein!

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