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Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion I: Personenkult

In Doublethink Volkshochschule, Politik, Tagesgeschehen on Oktober 10, 2009 at 11:10 am

Das Problem extrem einseitiger, linkslastiger Medien dürfte kein spezifisch deutsches Phänomen sein – auffällig ist allenfalls, dass hier zu Lande die Niveauskala einzelner Darstellungen nach unten offen ist und sich in kaum einem Bereich die Strategie der 68er, jegliche Moral- und Anstandsvorstellung zu zersetzen, so spürbar durchgesetzt hat wie dort.

Vor einem Jahr starb der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Ministerpräsident (Landeshauptmann) Dr. Jörg Haider. Zeitlebens verstand er es auf seine Weise Menschen zu begeistern, aber auch zu polarisieren. Sein politischer Weg war facettenreich und viele Veränderungen, die seine Politik und die der lange von ihm geleiteten FPÖ geprägt hatten, waren nicht immer für jedermann nachvollziehbar.

Auch wies sie zweifellos Härten auf, die viele Menschen befremdeten und Haiders Stil hatte auch etwas an sich, was nicht in jedem Land verstanden wurde. Für unzählige Menschen in Österreich und insbesondere in dessen südlichstem Bundesland war sein Tod jedoch ein Schock und über Parteigrenzen hinweg trauerte ein Land um einen talentierten, charismatischen und markanten Politiker.

drjoerghaider1

Zweifellos mag es dabei einige Formen, der eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen, gegeben haben, die befremden und zum Teil an politisch motivierte Leichenfledderei grenzen, nicht zuletzt auch Verschwörungstheorien, wonach sein Tod kein Unfall gewesen wäre.

Noch heute wird die Erinnerung an Haider gepflegt – für nicht wenige Medien gerade in Deutschland Grund genug, mit überheblichem Unterton und unter Ausbreitung unappetitlicher Gerüchte über Haiders Privatleben das Gedenken zu begleiten. Von „Haider-Kitsch“ ist ebenso die Rede wie von „Enthüllungen“ seines „Ex-Geliebten“ und der politischen Ausrichtung seines Vaters. Merke: Die Forderung nach Sippenhaftung oder sich an Spekulationen aus dem Homo-Milieu zu begeilen, ist also dann auf jeden Fall dann ok, wenn der, um den es geht, Haider heißt. Komisch, wo man doch seit Jahren allenthalben darüber belehrt wird, dass Homosexualität ja etwas völlig Normales wäre…

Aber deutsche Medien sind eben – bedingt dadurch, dass sie noch aufgeklärter sind als alle ohnehin aufgeklärten Medien anderer Industrienationen – allen anderen auch hier um eine Nasenlänge voraus. Sie haben völlig Recht, wenn sie irrationalen, byzantinistischen Personenkult ohne reale Substanz kritisch begleiten und hinterfragen. 

b-bo-12-disciples-peoples-cube(c) The Peoples Cube 2009

So wie das ja auch zu bemerken war, als der Messias der amtierende US-Präsident Barack Obama gestern mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, für den er bereits 10 Tage nach seinem Amtsantritt nominiert worden war. Und das wurde ja kritisch aufgenommen, oder?

  1. In Oesterreich war das Niveau ein anderes. Dort versammelten sich Tausende an seinem Grab und selbstverstaendlich waren dort auch beruehmte oesterreichische Sozialdemokraten und Gruene anwesend, die alles andere als Haiders Meinung waren aber trotzdem gebuehrende Anerkennung zollten. waehrenddessen las man in bundesdeutschen Zeitungen Haider haette mal wieder „zu weit rechts ueberholt“. Das ist das beste Beispiel fuer das politische Niveau in der Bundesrepublik. Man macht sich lustig ueber den Tod eines Menschen, der 2 Kinder und eine Frau hinterlaesst. Niemand soll ueber den Tod eines Menschen lachen, egal ob dieser nun „links“ oder „rechts“ war, wobei ich von diesen Worthuelsen so und so nichts halte! Ein niedrigeres Niveau als die Autoren der deutschen Zeitungen kann man garnicht erreichen. Doch die Autoren dieser Schandtexte baden sich noch in Selbstgefaelligkeit.
    Hier bewaehrt sich wieder der albewaehrte Satz: „Osterreich ist das bessere Deuschland“

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