loyalbushie

Nicht mit einem Etikett versehen… UPDATED …

In Gesellschaft, Religion, Tagesgeschehen on November 22, 2009 at 8:38 pm

Sie können ja sogar freundlich sein, die Neo-Hoxhaisten. Zumindest solange sie ihre Bauernfängerei an den Ankündigungsflächen öffentlicher Verkehrsmittel anbringen. Es stinkt ihnen offenbar gewaltig, dass das Recht von Eltern, darüber zu wachen, mit welchen Wertvorstellungen ihre Kinder aufwachsen und sie mit ihren religiösen Überzeugungen vertraut zu machen, bei allen Aushöhlungen noch immer nicht im Stile eines mittelalterlichen KP-Staates gänzlich aufgehoben wurde. Wie bereits in der entsprechenden Doublethink-Lektion kürzlich deutlich gemacht darf „elterliches Erziehungsrecht“ nur dann respektiert werden, wenn gewährleistet ist, dass dieses in einer verantwortungsvollen Art und Weise gehandhabt wird (zB wie bei der Genossin Solie Lautsie). Und was „verantwortungsvoll“ ist, hat die Partei zu entscheiden, denn die Partei hat immer Recht!

Deshalb ist es der neue Clou der Neo-Hoxhaisten, Kinder für ihre Propaganda zu missbrauchen, indem sie diese darum bitten lassen, nicht „mit einem Etikett versehen“ zu werden. Ob das Kind auf dem Plakat selbst auf die Idee gekommen wäre, dass dies mit ihm geschehen würde, wenn es nicht zuvor in diesem Sinne von Erwachsenen beeinflusst worden wäre, darüber darf spekuliert werden. Zu mir hat mein Sohn – obwohl er durchaus über einen für sein Alter beträchtlichen Wortschatz verfügt – jedenfalls noch nie geäußert, es würde ihn irgendjemand „mit einem Etikett“ versehen. Ich selbst habe Wendungen dieser Art erst in meiner frühen Jugend kennen gelernt. Aber Atheistenkinder verfügen offenbar über eine naturgewachsene Genialität…  

In der „DDR“ durften die Kinder schon mit 6 Jahren regelmäßig zum Pionierappell antreten, zu Gröfaz` Zeiten als Pimpfe schon mit dem Messer hantieren und mit Liedern gegen den abrahamitischen Aberglauben ansingen. Gutmeinende, weitsichtige und um das Wohl der Kinder besorgte Zeitgenossen wie die Genossin Margot oder der Kamerad von Schirach wachten aufmerksam, dass Kinder in ihren Familien nicht „mit einem Etikett versehen“ würden. Bloß so freundlich darum gebeten wie ihre geistigen Erben heute hatten sie damals nicht. Aber wenn die Eltern vom „Etikettieren“ nicht lassen konnten, sorgten sie schnell für Abhilfe. Denn der Staat wusste und weiß, was gut für seine Bürger ist und ein sozialistischer Staat weiß dies sogar besser als diese selbst. Und um sie vor Fehlentscheidungen zu bewahren, griff er bei Bedarf frühzeitig ein und nahm sie selbst in die Obhut.

Zumindest im Falle der braunen Sozialisten war zwar – im Unterschied zu den Kinderheimen und linientreuen Adoptivfamilien der „DDR“ – nicht jedem Kind ein unbeschwertes Aufwachsen in staatlicher Obhut möglich, aber selbst der Heldentod im Endkampf war ihnen bestimmt lieber als zu Hause von vorurteilsbehafteten und bigotten Eltern „mit einem Etikett versehen“ zu werden.

Konsequenterweise sollten die Atheisten noch weiter gehen in ihrer Forderung, Kindern Familientradition und Identität vorzuenthalten (damit staatliche Autoritäten und gesellschaftliche Einflüsse keine Konkurrenz und keine Störung mehr zu fürchten haben), um sie nicht „mit einem Etikett zu versehen“ und das Recht der Eltern in Frage stellen, ihnen Namen zu geben. Ist es nicht auch schon ein Etikett, wenn ein Kind mit dem Namen „Franz“, „Esther“ oder „Mohammed“ herumlaufen muss? Warum also nicht von Gesetzes wegen Kinder bis zum 18. Lebensjahr als Zahlenkombination führen? „Kommst Du mal und räumst Dein Zimmer auf, 5345?“

Fortschrittliche Menschen haben begriffen: Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott – deshalb mach Dir keine Sorgen und genieße das Leben!

Und „mit einem Etikett versehen“ werden dann nur edle Tropfen. Wahrscheinlich, weil eine Gesellschaft nach dem Entwurf der Neo-Hoxhaisten nur noch im Vollrausch zu ertragen wäre…

PS: Liebe Neo-Hoxhaisten, ich freue mich über Eure freundliche Ansprache, habe mich aber nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, Eurer netten Bitte nicht nachzukommen und mein Kind weiterhin religiös zu erziehen, es also, um es in Euren Worten zu formulieren, „mit einem Etikett zu versehen“. Und das Schönste daran ist: Ihr könnt überhaupt nichts dagegen machen! *lol*🙂

UPDATE: Die Initiatoren der neuen Kampagne haben sich bis auf die Knochen blamiert, als sich herausstellte, dass die Plakatmodel-Kinder, die sie als glücklich, weil „nicht mit einem Etikett versehen“ abbilden wollen, Kinder aus einer Familie praktizierender Christen sind:

http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news[action]=detail&news[id]=2575🙂

CC möchte gerne seinem Anspruch gerecht werden und auf mitfühlende Weise den Atheisten helfen, ihrer Kampagne die durch die Enthüllung in ernste Zweifel geratene Authentizität zurückzugeben.

Wir haben uns daher auf die Suche gemacht nach Personen, die a) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (also so sicher, wie es nach Ansicht der Atheisten keinen Gott gibt) NICHT aus religiösen Familien stammen oder b) sich – wenn doch – jedenfalls in ihrer Lebensführung klar und deutlich von jedweder religiöser Bindung gelöst haben und zweifelsfrei religiösen Geboten keinen Stellenwert in ihrem Leben einräumen.

Hier wären zB Sascha D. (vorne)  und seine Kumpels Bolle, Panzermeyer, Gröfaz, Reichsheini und Wurstfinger – beim letzten Zeitgenossen, der versucht hatte, sie in ein Gespräch über Gott zu verwickeln, läuft nächste Woche das staatliche Krankengeld aus… und er war nicht berufsunfähigkeitsversichert …  

  

Dann hätten wir noch Benny … er würde sich sicher freuen, sich als Model ein paar Euro zusätzlich für seine Rehabilitationstherapie verdienen zu können. Und wenn`s bloß für eine Atheistenkampagne ist…

Oder wie wäre es mit „Jeff“ & Ronny? Sie haben schon die letzte Buskampagne beim Wort genommen – sie machen sich keine Sorgen und genießen ihr Leben…

Ähnlich übrigens Nancy… sie legt ebenfalls großen Wert auf Lebensfreude – zweifellos auch ein Verdienst der nicht-etikettierenden Erziehung seitens ihrer Eltern:

Sollte man auch bei Familien mit Migrationshintergrund Identifikation mit der Kampagne erzeugen wollen, bei denen Verdacht auf islamische Indoktrination besteht (sorry, schon wieder eine Etikettierung), könnte man ja vielleicht ja auf Bülent  Ü. zurückgreifen, der – wie sich bereits an der perfekten Rasur erkennen kann – bereits lange vor dem Antritt seines Jobs als Türsteher und Handyrequirator aufgehört hatte, den Islam zu praktizieren:

Ich denke, die „Humanisten“ werden darunter schon den Richtigen finden…

  1. Das Foto mit Sascha, „Bolle“ & Co. – ist das nicht vom Christopher Street Day?🙂

  2. nee ich denke die kommen vom dsz-vertrieb. sie wollen gerade die cd „pete doherty singt das deutschlandlied in allen drei strophen“ als begrüßungsgeschenk für eine dvu-mitgliedschaft überreichen.🙂

  3. Seid nicht so homophob, sonst regt sich wieder einer auf, wir hätten „Vorurteile“.🙂

  4. […] auszuspielen und darüber hinaus dem gesellschaftspolitischen ziel des humanismus zu dienen, ein labeling von kindern zu vermeiden und schon im keim zu ersticken, schlägt unser autorinnenkollektiv im einklang mit den kommunisten […]

  5. Was bitte ist ein Neo Hoxhaist???

    mfg

    Simon

  6. Hallo Simon,

    der Begriff leitet sich ab von der großen Sonne über dem Land der Skipetaren a.D., dem ehrwürdigen Genossen Enver Hoxha (gesprochen „Hodscha“).

    Er hatte zu seiner Amtszeit in Albanien den ersten Staat geschaffen, in dem der Atheismus zur Staatsreligion erhoben worden war:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Enver_Hoxha

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