loyalbushie

Rot-braune Klimapolitik als Antwort auf Kopenhagen?

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 19, 2009 at 10:36 pm

Vielleicht sollte ich satirische Beiträge hier künftig besser kennzeichnen oder gleich ins bluthilde-Blog verlagern. Aber selbst das würde nichts nützen, weil es genügend Leute gibt, die nicht mal dieses und die Texte dort als Parodie durchschauen.

So werde ich nun damit leben müssen, dass es möglicherweise bald eng auf den Anklagebänken in Den Haag werden wird und auch auf die nationalen Strafgerichte könnte in nächster Zeit viel Arbeit zukommen könnte – und satirisch gemeinte Beiträge hier auf CC noch Mitschuld daran tragen.

Nicht genug, dass Beiträge auf diesem Blog die linksextreme österreichische Partei „Die Grünen“ zu Gesetzesentwürfen inspirieren. Nicht genug, dass sich bereits seit längerem George W. Bush, der Papst und die israelische Regierung ob ihrer Verfehlungen auf die irdische Gerechtigkeit im niederländischen Bürokratenkaff einstellen müssen.

Nicht einmal genug, dass ein steinzeitkommunistisches Nachrichtenportal eine große Verschwörung der internationalen Finanzmonopole und ihrer Lakaien in Politik und Medien zur Zerstörung des Planeten durch Erderwärmung aufgedeckt hat und nunmehr Forderungen unterstützt, den Verantwortlichen wegen „Verbrechen gegen die Menschheit und die Natur“ den Prozess zu machen.

Wie es aussieht, werden nun wohl auch bald noch weitere prominente Politiker zur Rechenschaft gezogen werden müssen – unter anderem unsere amtierende Bundeskanzlerin (bei der erschwerend noch dazukommt, dass sie der Bob Gel-Doof, seines Zeichens Ein-Mann-Rechnungshof der Republik, schwerwiegender Mängel im Haushalt überführt hat) und last but not least der Messias selbst, der nunmehr nicht nur in den USA selbst, sondern auch unter seinen treuesten Fans im aufgeklärt-postmodernen Europa in Ungnade gefallen ist. Da half nicht einmal mehr ein Rumpelstilzchen-Auftritt in den Hotelhallen…

Das Überleben des Planeten hing, wie wir alle wissen, davon ab, ob es gelingt, in Kopenhagen die vom Menschen gemachte Erderwärmung verbindlich zu begrenzen. Da dies selbst dem Messias nicht gelungen ist, muss er seine Wiederwahlkampagne wohl mit dem Versprechen führen, die – für das Klima auf der Erde möglicherweise wesentlich einflussreicheren – Bahnen der Sonne bis 2045 nachhaltig zu verändern.🙂

Dass bislang Massenselbstmorde auf Grund des Scheiterns des Kopenhagener Gipfels ausgeblieben sind, könnte daran liegen, dass Rettung naht – und zwar ausgerechnet aus Kreisen, die bislang mit ihren Mahnungen zu zukunftsorientierter Bevölkerungspolitik noch nicht ausreichend ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen waren.

Nach anfänglichem Zögern hat sich die Riege der „Islamkritiker“ endlich mit ihren eigenen Vorstellungen zum Thema „Klimapolitik“ in die Debatte eingeklinkt und will die Notwendigkeit, „europäische Werte“ zu verteidigen, in einen großen Kontext nachhaltiger Politik stellen. Ein Blog, der nicht nur auf Grund seines Namens den Gedanken an einen Kotzkübel oder an den singenden Scharlatan Kübelböck wachruft, will die chinesische Lösung zur Klimadebatte forcieren und fordert eine „globale Geburtenkontrolle“.

Wer sich jetzt die Augen reibt angesichts der Tatsache, dass dies unter anderem Zwangsabtreibung, erzwungene Sterilisationen und die Abschaffung des in diversen Menschenrechtskonventionen (auf die man seinerseits so gerne pocht, sobald es gegen den Islam geht) verankerten Rechts auf Ehe und Familie nach sich ziehen würde, sei versichert: Das ist bewusst auch so gewollt. Immerhin belehrt uns das Blog in einem anderen Beitrag, dass nicht einmal der „islamische Terrorismus“ das Problem wäre, sondern die Geburtenrate. Werden keine Maßnahmen ergriffen, wird der Islam nicht nur in Indien, sondern auch in Europa in nicht allzu ferner Zukunft die Bevölkerungsmehrheit stellen. In einer Diktion, die uns aus dem Europa des 20. Jahrhunderts sehr bekannt vorkommt, heißt es daher: 

„Die einzige vernünftige Lösung ist dies: Mit allen Mitteln die islamische Fertilität zu unterbinden! Denn diese Fertilität ist genau so bösartig wie ein Krebstumor im Fleische der gesamten Menschheit.“

Wir lernen jetzt: Der Nationalhedonismus des rot-braunen PI-Spektrums, der jede Kopftuchträgerin zur Volksfeindin erklärt, ist nicht nur ein Akt der Verteidigung einer überlegenen Ballermann-Kultur gegenüber einem voraufklärerischen, archaischen Wüstenkult, nein, der moderne zeitgeistkonforme Lebensstil mit einem wechselreichen, lustvollen Geschlechtsleben idealerweise ab dem 12. Lebensjahr, zwischendurch 3 oder 4 Abtreibungen, dann einer Karriere zwischen Hartz IV und dem Call-Center, bis die moderne Medizin dann mit 50 den schließlich doch gereiften Kinderwunsch erfüllt ist auch und vor allem ein Fanal für die Rettung des Planeten durch die – auch in China bewährte – Verfolgung des Ideals der Ein-Kind-Familie.

Hans Harmsen, Pro-Familia-Gründer und Rassenhygieniker

Dass die Musels da – ebenso wie auch einige nach Jahrzehnten der „Kulturrevolution“ verbliebene traditionell christliche Familien – nicht mitspielen wollen, ist ausgesprochen unvernünftig. Aus den Reihen der „Islamkritiker“ werden wir nämlich dann auch über historische Zusammenhänge belehrt, die uns in dieser Form zuvor noch nicht zur Kenntnis gebracht worden waren:

„In meiner Graphik mit den Regierungspolitikern wird aber deutlich, dass auch bei 100% Konsens die Regierung die Moslems nicht integrieren kann. Das kann einzig und allein das Volk. Und das geht nur, wenn das Volk das neue Glied akzeptiert und nicht abstößt.
Im Grunde war das das Hauptproblem in der Judenfrage vor rund 100 Jahren. Ich habe sehr viele ältere Menschen gefragt, mit ihnen lange Gespräche darüber geführt. Immer mehr Juden wanderten gegen das Ende des 19. Jahrhunderts aus Galizien und Russland nach Mitteleuropa ein und sie wurden nicht von den Einheimischen integriert. Sie bildeten Ghettos und wurden als Fremdkörper empfunden. Wären dies nur wenige gewesen, oder hätten sie sich mehr mit der Gesellschaft gemischt, wäre vielleicht gar nicht zum Holocaust gekommen. Niemand hat die Angst der Bevölkerung beachtet.“

Mit anderen Worten: Die Juden waren ihrer Bringschuld der „Integration“, die nach Auffassung rot-brauner Sozialisten nur eine Assimilation sein kann, nicht ordnungsgemäß nachgekommen, haben die „europäischen Werte“ nicht ausreichend verinnerlicht und da war es eben das unausweichliche Gesetz der Geschichte, das sich an ihnen erfüllt hatte.

Wenn nunmehr PI, Kotzkübel und Konsorten also vehement die zugewanderten Muslime dazu auffordern, endlich ihre rückständige Kultur abzulegen, ist das nicht nur ein Ausdruck vorausschauenden Klimabewusstseins, sondern auch ein Ausdruck ernster Sorge um ihr Wohlergehen. Alex W. konnte schon nicht anders, als seinem berechtigten Befremden über die Weigerung der Dresdner Muslima Marwa, sich mit einer Ein-Kind-Familie zu begnügen, Ausdruck zu verleihen. Und die „Islamkritiker“ möchten eben unbedingt verhindern, dass sich so etwas wiederholt. Wie kann man vor so viel Fürsorglichkeit bloß weiter seine Augen verschließen?

Rot-braune Allianzen haben eine beängstigende Erfolgsgeschichte. 1932 unterstützten NSDAP und KPD gemeinsam den Berliner Straßenbahnerstreik – ein Jahr später war die Weimarer Demokratie Geschichte. 1939 dann der Hitler-Stalin-Pakt – kurz darauf wird die ganze Welt in Blut getaucht.

Geburtenkontrolle und sexuelle Revolution wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts zu weiteren und bislang dauerhaft erfolgreichen Errungenschaften, zu denen Kommunisten und Nationalsozialisten gemeinsam beigetragen hatten. Der Kampf gegen religiöse Vorbehalte und bürgerliches „Spießertum“ gingen Hand in Hand mit dem Willen zur Schaffung eines neuen Menschen für die Schöne neue Welt. Die These der 68er, ihr Eintreten für Libertinage und zur Zerstörung von Ehe und Familie würde sich gegen „faschistische Kontinuitäten“ richten, ist eine Legende, die aus taktischen Gründen aufrechterhalten wird.

Für die Gründerin von Planned Parenthood (deren deutscher Ableger den zynischen Namen „Pro Familia“ trägt), Margaret Sanger, waren Behinderte und sozial Schwache „menschlicher Abfall“, Farbige waren „Unkraut“, das „ausgerottet“ werden sollte. Zahlreiche führende Persönlichkeiten der späteren „Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung“, die Heranwachsende zu einer Überwindung „anerzogener Hemmungen“ veranlassen sollten, waren zum Teil bereits weit vor 1933 der NSDAP beigetreten und hatten sich zu Hitlers Zeiten mit Veröffentlichungen zu Rassenkunde und Eugenik einen Namen gemacht: Stellvertretend seien etwa Namen wie Hans Bürger-Prinz, Hans Giese oder Hans Harmsen genannt.

Seit der Weltentvölkerungskonferenz 1994 in Kairo und der Genderkonferenz 1995 in Peking ist klar, dass nicht unwesentliche Kreise innerhalb der UNO und zahlreiche linksgewirkte NGOs – wie die Partei der „Grünen“ in verschiedensten Ländern – das Umweltthema als modisch-schickes Mäntelchen für 1989ff.  in ihrer Reinform etwas unattraktiv gewordene marxistische Gesellschaftspolitik entdeckt haben.

Lieber Burger King als Bürger-Prinz!

Neu ist, dass im Schlepptau des aggressiven Atheismus, der seit einigen Jahren in Europa wieder an Boden gewinnt, nun auch zuvor gesellschaftlich eher randständige Bestrebungen wie die im Kern rassistische Bewegung der Islamophoben immer stärker an Einfluss gewinnen.

Das Fiasko von Kopenhagen wird die Klimahysterie nicht bremsen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit neu anfachen. Es steht zu befürchten, dass Extremisten von links und rechts sich in diesem Zusammenhang noch stärker ihrer Gemeinsamkeit bewusst werden.

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