loyalbushie

Happy Birthday Dr. Helmut Kohl!

In Politik, Tagesgeschehen on April 3, 2010 at 10:35 am

Das CC-Blog wünscht dem Kanzler der Einheit und Regierungschef der Jahre 1982-1998, Dr. Helmut Kohl, alles Gute zu seinem 80. Geburtstag, ein frohes Osterfest, privat – erst recht nach den vielen Schicksalsschlägen – einen erfüllten Ruhestand und wir wünschen es Deutschland, dass eines Tages wieder mehr Politiker von seinem Format Verantwortung tragen können.

Was über all seinen Verdiensten steht, ist natürlich, dass er 1989 zur richtigen Zeit mutig und entschlossen die richtigen Entscheidungen getroffen hatte. Als die linksgewirkte Presse unisono vor der Wiedervereinigung warnte, nachdem bis in die eigene Partei hinein Politiker über Jahre hinweg diese als „Lebenslüge der Republik“ oder Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet hatten, als die linksextremen „Grünen“ und Kommunisten aller Schattierungen sowie deutschfeindliche Einpeitscher im Ausland lautstark ihre Sorge über ein neues „Großdeutschland“ heuchelten und westliche Intellektuelle besser wussten, was die Menschen in der „DDR“ wollten (nämlich „gar keine Wiedervereinigung“) als diese selbst, war es Helmut Kohl, der – teilweise ohne seine Kabinettskollegen zu informieren – mit seinem „10-Punkte-Plan“ in die Offensive ging und vollendete Tatsachen schaffte. Von diesem Moment an war die Büchse der Pandora geöffnet und die Wiedervereinigung nicht mehr aufzuhalten.

Dass diese in der Folge nicht immer nur positive Entwicklungen nach sich zog, ändert nichts an der Tatsache, dass sie ein Akt der Gerechtigkeit für das deutsche Volk war und dass Helmut Kohl die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Bereits zu Beginn seiner Kanzlerschaft hatte Helmut Kohl Augenmaß, Weitsicht und Entschlossenheit gezeigt. Er hatte das atlantische Erbe Adenauers weitergeführt und – Ehre, wem Ehre gebührt – an die Vorarbeit Helmut Schmidts angeknüpft und den NATO-Doppelbeschluss gegen die veröffentlichte Meinung und gegen die massiven Proteste der fünften Kolonne Moskaus, der so genannten „Friedensbewegung“, die auf einseitige Abrüstung des Westens setzte, durchgesetzt.

Dass sich die Bundesrepublik Deutschland während der Kanzlerschaft Helmut Kohls stets als besonders verlässlicher Partner der USA und Israels erwies, machte sich im Zuge des Wiedervereinigungsprozesses auch für unser Land bezahlt. Dass Präsident George H.W. Bush zu den aktiven Förderern der Wiedervereinigung gehörte und Israel allfällige Bedenken schnell fallen ließ, während unter den „europäischen Partnern“ noch Obstruktion geprobt wurde, war nicht zuletzt Kohls Standhaftigkeit geschuldet.

Im Zweifelsfall hatte er die Courage, gegen die Medien zu regieren. Gleiches vermisste bzw. vermisst man nicht selten bei seinen Nachfolgern.

Konservative beklagten in den 80er-Jahren, die versprochene „geistig-moralische Wende“ sei ausgeblieben. In der Tat hatte der Altkanzler zumindest glaubhaft seine Missbilligung zahlreicher gesellschaftlicher Fehlentwicklungen zum Ausdruck gebracht. Kohl konnte jedoch bei aller staatsmännischer Größe nicht im Alleingang all das glattbügeln, was die 68er-Generation bereits seit mehr als einem Jahrzehnt an Wühlarbeit geleistet hatte und was später noch stärker die gesellschaftliche Substanz des Landes angreifen sollte.

Er hatte auch nicht immer eine glückliche Hand bei Personalentscheidungen, aber er war in der Lage, Fehlentscheidungen rechtzeitig zu korrigieren. Als 1989 die Republikaner nach Wahlerfolgen in Berlin und bei den Europawahlen als rechtskonservative Konkurrenz zur Union auf den Plan traten, probten exakt jene Kräfte rund um Heiner Geißler und Rita Süßmuth, die durch ihre linke Gesellschaftspolitik erst zum Niedergang der Union beigetragen hatten, den Aufstand und wollten Kohl stürzen. Der Kanzler reagierte rechtzeitig und bekam das Heft wieder in die Hand, bevor ihm der Lauf der Geschichte ermöglichte, über sich hinauszuwachsen.

Er war auch nicht auf dem linken Auge blind, wie nicht wenige seiner Nachfolger. 1989 erklärte er in einem Fernsehinterview, dass er eine strikte Äquidistanz zu den politischen Rändern bewahren wolle und schloss Koalitionen mit radikalen Parteien aus. Dies gelte „für die Kommunisten genauso wie für die Grünen und für die Republikaner ebenso wie für die NPD“. Heute sinnieren führende Unionspolitiker über schwarz-grüne Koalitionen oder betreiben diese bereits. Es scheint bisweilen nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch das bisherige Tabu SED/PDS/Die Linke fällt…

Als es der Regierung Kohl nicht mehr gelungen war, in den 90er-Jahren Reformvorhaben gegen einen rot-grünen Bundesrat durchzusetzen, wurde oft vom „Reformstau“ gesprochen. Gemessen an all dem, was die derzeitige Regierung trotz noch vorhandener Mehrheit im Bundesrat nicht zu verwirklichen vermochte, war das, was Kohl nicht mehr durchsetzen konnte, geradezu lachhaft. Hätten die Menschen 1998 das gewusst, was man heute weiß, vielleicht hätten sie den Kanzler damals am Ende doch noch einmal wiedergewählt.

Standhaft und treu blieb Helmut Kohl auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn in der Politik. Loyalität und Verlässlichkeit bestimmten auch weiter sein politischen Handeln. Ein Ehrenwort blieb für ihn auch dann noch ein Ehrenwort, wenn ihm – wie im Zuge der Parteispendenaffäre Ende der 90er – der Sturm ins Gesicht blies.

2001 traf ihn der tragische Tod seiner Frau und jahrzehntelangen treuen Begleiterin durch alle Höhen und Tiefen, Hannelore Kohl. Die gemeinsame Arbeit an den Memoiren des Altkanzlers gehörte zu den letzten gemeinsamen Erlebnissen dieses Vorzeigepaares. Nach dem Tod Hannelore Kohls nahm die nach ihr benannte Stiftung die Arbeit auf, die Hilfe und Unterstützung für Einrichtungen bereitstellt, die sich um Verletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems kümmern.

Privat hat Helmut Kohl mittlerweile das Glück wiedergefunden, er ehelichte 2008 seine Lebensgefährtin Maike Richter. Ein folgenschwerer Sturz und Krankheiten überschatten jedoch seit einigen Jahren die Freude. Trotz allem hat Helmut Kohl wieder die Kraft gefunden, sich wieder in der Öffentlichkeit zu Wort zu melden.

Gegenüber der BILD-Zeitung äußerte er zum derzeitigen Zustand des Landes: „Wir Deutschen haben alle Ressourcen und Möglichkeiten, wir haben bewiesen, dass wir leistungsfähig sind – und verlieren uns heute doch vor allem in einem Lamento und Klein-Klein, das ich nicht nachvollziehen kann.“

Seit Montag besteht auch die Möglichkeit, Helmut Kohl online Geburtstagswünsche zu übermitteln und ihm dabei für seine Verdienste zu danken:  www.helmut-kohl.cdu.de  

Unser Land hätte Persönlichkeiten wie ihn bitter nötig…

PS: Eine sehr gelungene Würdigung des Kohl-Geburtstages findet sich auch hier.

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