loyalbushie

Erzwingungshaft für Selbstdenker

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik on April 11, 2010 at 10:09 pm

(Gastbeitrag von Andreas Molau)

Dass wir uns immer mehr in Richtung Sozialismus und Einheitsstaat bewegen, zeigt das folgende Beispiel: Zwei Mütter wurden jetzt in Erzwingungshaft (Erzwingungshaft ist keine Strafe für eine begangene Ordnungswidrigkeit, sondern ist ein Beugemittel) genommen, weil sie aus religiösen, christlichen Motiven ihre Kinder nicht an einer Veranstaltung unter dem sonderbaren Titel „Mein Körper gehört mir“ teilnehmen lassen wollten. Muslime hätten vermutlich unter dem Schutz unserer Multikulti-Fanatiker gestanden. Der Titel erinnert an die krampfhafte Legitimation der Abtreibungsfanatiker, die ihren Mord an ungeborenem Leben mit dem Motto „Mein Bauch gehört mir“ zu rechtfertigen versuchen.

Den bürgerlichen Willen brechen, um den sozialistischen Willen aufbauen zu können: Diese Strategie steckt hinter der Verächtlichmachung der Religion bei gleichzeitiger Frühsexualisierung von Kindern

An dem aktuellen Beispiel zeigt sich auch, wie die linke Ideologie durch Sexualisierung des Alltags ihr politisches Programm durchzusetzen versucht. Drittklässlern mit sexuellen Phantasien der Erwachsenen zu belästigen, ist eine typische Projektion der 68er. Den Kindern wird vermittelt, dass es positive sexuelle Berührungen gibt und negative, die sie zurückzuweisen lernen sollen. Man hat den Eindruck, als würde das Problem sexueller Belästigung von Kindern ein flächendeckendes sein. Medienkampagnen suggerieren, dass die Mehrheit der Kinder in ihren Familien oder in katholischen Gotteshäusern gefährdet sei.

Die Nachfragen der pädagosierenden Schauspieler des Projektes „Mein Körper gehört mir“, „Bei wem fällt es Euch besonders schwer, nein zu sagen?“, nähren den Zweifel und legen den Kindern etwas in den Mund, was sie sich wahrscheinlich sonst nie träumen wagten. So wie man den Eindruck hat, dass im Zuge der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, Medien krampfhaft darum bemühen, neue „Opfer“ zu finden, wird hier Drittklässlern eingeschärft, dass sie der Erwachsenenwelt auf jeden Fall zu misstrauen haben. Jede Berührung könnte einen sexuellen Hintergrund haben. Dieses zwanghafte Denken ist dazu geeignet, den sozialen Frieden in der Gesellschaft nachhaltig zu erschüttern. Andererseits muss aus konservativer, rechter Sicht festgestellt werden: Zehnjährige müssen, ja dürfen altersgemäß noch keine Sexualität durchleben.

Das Misstrauen sollte nicht den Eltern gelten. Denn es sind die Linken selbst, denen die Gesellschaft zutiefst misstrauen sollte. Es wird nicht gern daran erinnert und die Grünen hören es heute nicht gern, dass sie 1985 im Bundestag einen Gesetzentwurf eingebracht hatten, der den Missbrauch an Kindern entkriminalisieren wollte oder dass es einen Arbeitskreis der Päderasten bei den Alternativen gab. Alle Erklärungsversuchen auch vom Berufsschwulen Volker Beck, seine publizistischen Auslassungen zu diesem Thema seien versehentlich in entsprechende Publikationen gerutscht, sind kaum glaubhaft. Denn seine Ausführungen in der entsprechenden Publikation sind bis heute frei zugänglich.

Die Zerstörung der Innenwelt durch eine Sexualisierung des Lebens ist Programm der Linken. Die Frankfurter Schule bezog sich auf Sigmund Freud, der lehrte, dass die Unterdrückung des Geschlechtstriebes im Kindesalter schwere geistig-seelische Fehlentwicklungen und allgemeine Neurosen verursachen würde. Der irrwitzige Gedankengang der 68er war, dass diese Neurosen letztlich zu den totalitären Phänomenen von Faschismus und Nationalsozialismus geführt hätten. „Was die Masse unfähig zur Freiheit macht, ist die Unterdrückung des genitalen Liebeslebens in Kindern, Heranwachsenden und Erwachsenen“, erklärte der Vordenker der Frankfurter Schule, Wilhelm Reich. Es ist deshalb nur Folgerichtig, dass Linke in den letzten Jahren beharrlich versucht haben, schon Kinder zu kleinen Erwachsenen zu machen.

Buch von Mitarbeitern des "Arche"-Hilfswerks: Hier wird das geistig-moralische Elend der Kulturrevolutions-Opfer in seiner vollen Tragweite offenbar

Die verfrühte und völlig überzogene Sexualisierung der Kindheit, so die Kritik konservativer Psychologen und Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz, führe jedoch zur seelischen Verwahrlosung und zur Unfähigkeit echter Gefühle. Wenn man sich die Gesellschaft heute anschaut, sind genau diese Phänomene zu beobachten. Lorenz sprach von einer „Verhausschweinung“ des Menschen, die das Gegenteil der von der Linken propagierten Selbstverwirklichung des Einzelnen bewirke.

Die Verkürzung des Menschen auf das rein Triebhafte führt nicht zur Selbstbefreiung, sondern zu innerer Unfreiheit. Dass zurzeit auf der katholischen Kirche herumgehackt wird, kann nur als schlechtes, aber gleichwohl wirksames Ablenkungsmanöver begriffen werden. Zielobjekt des Medienvernichtungsfeldzuges der Linken sind die Katholiken, weil sie sich als einzig relevante gesellschaftliche Gruppe gegen die sexuelle Revolution der 68er gestellt haben – erst recht, wenn man den amtierenden, konservativen Papst betrachtet.

Dass Familien sich nicht gegen diese Indoktrinationen politischer Kräfte wehren können, wirft überdies ein bezeichnendes Licht auf die gesellschaftspolitischen Zustände in diesem Gemeinwesen. Der betreuende Staat stellt die Familien unter Generalverdacht. Die Familie sollte nach dem Willen der Frankfurter Schule als Hort des Faschismus zerstört werden. Heute sind diese 68er an allen Schalthebeln des Staates. Erziehungskompetenzen werden mehr und mehr auf den allumfassenden und gängelnden Staat übertragen. Und wer nicht spurt, kommt in Schutzhaft.

Andreas Molau, geb. 1968, ist nationalkonservativer Publizist und ehem. Waldorfpädagoge, er gilt als Vertrauter des schwedischen Unternehmers und rechtspopulistischen Politikers Patrik Brinkmann

  1. Warum darf einer wie Andras Molau hier mitschreiben? Wissen Sie, wer das ist?

  2. Ich weiß, wer das ist und wo er lange Zeit tätig war. Ich weiß allerdings auch, dass er dort nicht hingehört und dass er das auch selbst bemerkt hat.

    Die Leidenschaft eines Publizisten ist aber nun mal das Schreiben. Von daher macht es durchaus Sinn, den Loslösungsprozess eines Publizisten aus einem Spektrum, in dem er fehl am Platze ist, dadurch zu unterstützen, dass man ihm die Möglichkeit gibt, seiner Leidenschaft an sinnvolleren Stellen nachzugehen.

  3. er gehört da nicht hin? ist er in der demokratischen mitte ausgerutscht und in der extremen rechten aufgewacht? wohl kaum
    dieser mann ist ein nazi und wird es bleiben! Aber schön umschrieben hast du seine Laufbahn, jaja nationalkonservativ ist er. das ist ja die typische PI Sprache. pfui teufel!

  4. Dass er „Nazi“ wäre, behaupten weder der Verfassungsschutz noch „Endstation Rechts“. Und im Unterschied zu Dir bin ich der Auffassung, dass Menschen das Recht haben sollen, dazuzulernen.

    Hat eigentlich auch zur Abwechslung auch jemand inhaltlich zu dem Beitrag etwas zu sagen?

  5. Inhaltlich finde ich es auch quatsch. Ich bin Befürworter einer allgemeinen Schulpflicht. Aber meine Einstellung ist auch verfassungskonform! Es sind nämlich immer die Extremisten und Fundamentalisten, die ihre Kinder von öffentlichen schulen nehmen wollen! Gut meistens geht es um den Sexualkundeunterricht, also ist anzunehmen daß Eltern, die damit Probleme haben, religiöse Motive haben. Ginge es nach deren willen, wäre der sexualkundeunterricht wohl lediglich der Satz: „Das erzählt euch der Pfarrer im Traugespräch“. Finde ich zu dürftig, gerade in Zeiten wie diesen, wo immer neue Missbrauchsfälle auftauchen, sollen Kinder rechtzeitig aufgeklärt werden. Die Ansicht der Kirche in diesen Dingen führt meiner Meinung zu einer Tabuisierung alles Sexuellen, so daß aus lauter Scham auch die Opfer sexuellen Missbrauchs sich nicht zu offenbaren trauen. Auch wenn das vielen nicht gefällt: die sog. 68er sind nicht schuld an den vielen Missbrauchsfällen, die gab es auch vorher. Aber dank der 68er herrscht mittlereweile ein Klima, in dem es möglich ist, über solche Tabuthemen zu sprechen. Wäre die katholische sexualmoral maßgeblich, dürfte man nicht darüber reden, bzw. nur im beichtstuhl und kein einziger dieser Fälle würde offenkundig. Deshalb ja zur Schulpflicht!
    Ach ja und noch was: Was mich an diesem Artikel stört, wie öfters auf dieser Seite ist die enorm klassenkämpferische Rhethorik, diese plumpe Einteilung in ein LinksRechts-Schema, das gerade bei diesem Thema verfängt, wirst du doch in deutschland keine Partei finden, die sich gegen die schulpflicht ausspricht. Keine Linken, keine Rechten und auch nicht die in der Mitte( die für euch wahrscheinlich Linksextrem sind, wenn hochrangige(Ex-) NPD-Funktionäre EURE Mitte darstellen).
    Gute Nacht

  6. Wo hat hier jemand gesagt, dass Andreas Molau „Mitte“ ist?
    Und Kritik am Schulzwang ist jetzt plötzlich nicht mehr „verfassungskonform“? Du scheinst ja offenbar nicht mal zu wissen, was in der Verfassung drinsteht, denn mit dem Wortlaut des Art. 7 GG kann man diese Auffassung wohl kaum rechtfertigen. Andernfalls dürfte es ja zB auch keine privaten Banken und Versicherungsunternehmen geben, denn über die hat der Staat ja auch mittels BaFin die „Aufsicht“.

    Und wie lautet denn die genaue Position der kirchlichen Sexualmoral und woraus genau leitest Du denn vor diesem Hintergrund genau Deine Schlussfolgerungen ab?

    Was Du offenbarst, ist profundes Halbwissen. Was man nicht kennt, nicht versteht oder nicht verstehen will, bewertet man einfach auf der Basis seiner eigenen angelesenen oder in der PISA-Schule zusammengezimmerten Vorurteile. Und insofern ist Dein Kommentar selbst das beste Argument gegen den Schulzwang.

    PS: Die Schulpflicht gibt es seit 1938 (als der Gröfaz die „gesellschaftliche Mitte“ in Deutschland repräsentiert hatte). Die angeblichen oder wirklichen Missbrauchsfälle datieren aus der Zeit zwischen 1950 und 1990. Wo da also ein Kausalzusammenhang bestehen soll, verschließt sich mir, um ehrlich zu sein, vollständig. Und an dem, was in der Odenwaldschule los war, ist ja offenbar auch die katholische Sexualmoral schuld. Das weiß ich aber schon von „bluthilde“…

    Ich hätte gerne ein so schlichtes und simpel in Schwarz-Weiß getauchtes Weltbild wie Du, es wäre einfach bequem und würde viel Zeit zum Nachdenken ersparen. Alle, die nicht Deine Auffassung teilen, sind „Extremisten“ und „Fundamentalisten“. Hauptschulabbrecher würden sagen „Halt`s Maul, Du Arsch, oder ich mach Dich Messer“. Bei Dir (wohl mit Ach und Krach das Abi geschafft) hört sich das Gleiche eben so an: „Meine Position ist verfassungskonform und weil Ihr das anders seht, seid Ihr Extremisten und Fundamentalisten“.

    Hier eine Seite dieser „Extremisten und Fundamentalisten“: http://freiebildung.wordpress.com/

  7. Der Artikel ist sehr gut und niemand würde auf einem Blog einen Gastbeitrag schreiben, dessen Ausrichtung ihm völlig zuwider ist. So viel ich mitbekommen habe, war es ja gerade auch dass er mit dem Antisemitismus nicht mehr klar kam, dass Molau sich von DVU und NPD abgewendet hat. Bei Grün-Linken ist Antisemitismus übrigens auch nicht so selten, deshalb sollten Leute wie „Bauernbua“ vor der eigenen Türe kehren.

    Und kein Wunder, warum solche Leute auch gegen Homeschooling sind:
    http://www.pi-news.net/2010/04/aus-der-gruenen-psychoschmiede/

    Wahrscheinlich ist man jetzt, wenn man so etwas nicht in Ordnung findet, auch ein Extremist und Fundamentalist.

  8. @ Manolo

    Sehe ich auch so. Andreas Molau ist von sich aus an mich herangetreten mit dem Angebot, diesen Beitrag auf CC zu veröffentlichen. Ihm war das Selbstverständnis dieses Blogs also bekannt. Auf gesamtrechts oder ähnlichen Blogs der extremen Rechten würde er übrigens, wenn es ihm darum gehen würde, ungleich mehr Leser erreichen. Offenbar dürfte da also durchaus eine tiefere Entfremdung stattgefunden haben.

    Mit PI bin ich ja nicht immer einer Meinung und vor allem sammeln sich im Kommentarbereich dort einige extrem problematische Persönlichkeiten, aber dass sie das Thema Odenwaldschule und die geheuchelte Empörung von Politikern ausgerechnet der Grünen über die Kirche aufgreifen, ist wirklich zu begrüßen.

    Und Leute wie „Bauernbua“ sollten wirklich lieber auf Seiten wie claudia-roth.de ausweichen, denn zu viel Aufregung schadet dem inneren Gleichgewicht.

  9. Daß wir uns „immer mehr in Richtung Sozialismus“ entwickeln, wie Guido Westerwelle und Andreas Molau behaupten, kann angesichts des realexistierenden Kasinokapitalismus nurmehr ein Witz sein.

    Und: Hat es totalitäre Maßnahmen gegen Kinder, Eltern und Familien wie die „Verächtlichmachung der Religion“ nur unter sozialistischen Vorzeichen gegeben? Oder existieren derlei Praktiken auch in bürgerlichen-kapitalistischen Gesellschaften?

    Wenn die „Zerstörung der Innenwelt durch eine Sexualisierung des Lebens“ ein „Programm der Linken“ sein soll, so konnte all das im Schoße der bürgerlichen Gesellschaft des Westens sich entfalten, nicht jedoch im eher „konservativen“ Ostblock-Sozialismus.

    „Und wer nicht spurt, kommt in Schutzhaft“, das gilt vor allem in den USA, wo für kleinste, angebliche „Verfehlungen“ in dieser Hinsicht Jugendliche wie Schwerverbrecher behandelt und für ihr ganzes Leben geschädigt werden. Ist das auch Sozialismus, die Bush und anderen „Konservativen“ dort verkappte Linke oder ganz einfach nur rechts-reakionär?

    Mit anderen Worten: Übertreibungen, Extremismus gibt es „links“ wie „rechts“, bei „Progressiven“ und „Konservativen“, „islamischen“ Taliban und „christlichen“ Evangelikalen etc.pp.

    „Voll daneben“ in diesem Kontext war der Seitenhieb Andreas Molaus auf konservative Muslime, die er unsinnigerweise mit linken „Multikulti-Fanatikern“ in einen Topf geworfen hat.

    Stattdessen sollte man erkennen, warum der Islam für die angeblich so aufgeklärte und „freie“ westliche Gesellschaft, deren Auswüchse hier angeprangert werden, eine Gefahr darstellt.

    In seinem MM-Interview erklärte er noch dazu, was ich an dieser Stelle gerne in Erinnerung rufe:

    „Ich halte nichts von dem besserwisserischem Messianismus, der den Muslimen vorschreibt, wie sie sich zu kleiden und zu benehmen haben. Wenn ich es boshaft und auch selbstkritisch sagen darf, etwas »mehr Kopftuch«, als Frage einer züchtigen Kleiderordnung, stünde manch deutschem Mädel schon gut zu Gesicht. Allein das Begriff „züchtig“ gilt ja bereits als unfein in einer Gesellschaft, die bereits kleine Mädchen zu sexuellen Begierdeobjekten ausstaffiert.

    Weder der Islam noch eben eine Kopftuch tragende Muslima ist ein Feindbild für mich. Den Islam als gewachsene Kultur achte ich. Wenn eine muslimische Frau bauchnabelfrei in der Schulklasse herumlaufen würde, hielte ich dies für abstoßender. Das einzige Feinbild für mich ist ein alle Kultur zerstörender Amerikanismus.

    Bewusste Deutsche und bewusste Muslime müssen meiner Ansicht nach in einen Dialog treten, in dem Gemeinsames und Trennendes benannt wird. Und da Muslime in so großer Zahl in diesem Land zur Zeit leben, müssen wir auch Brücken suchen.

    Deshalb bin ich aber keinesfalls „islamfeindlich“ und dem Sinne Ihrer Frage nach auch nicht ausländerfeindlich. Gerade weil ich ein bewusster Deutscher bin, achte ich ihre Religion und ihre Kultur. Islamfeindlich sind für mich jene etablierten Kräfte, die ihren Glaubensbrüdern das kulturelle und religiöse Mark aus den Knochen blasen, wie sie das zuvor bei den Deutschen schon gemacht haben.“

    Quelle: http://www.muslim-markt.de/interview/2006/molau.htm

  10. Andreas Molau kann für sich selbst sprechen und wird vielleicht – wenn er nächste Woche wieder von seiner derzeitigen Auslandsreise zurück sein wird – auch etwas zu dem Thema schreiben.

    Ich vermag jedoch keine abschätzige Bemerkung gegenüber konservativen Muslimen aus seinem Text herauszulesen, allenfalls gegenüber der Doppelmoral der linken Gutmenschen, die sich – wenn überhaupt – nur deshalb scheuen, gegen muslimische Familien, die sich sozialistischer Indoktrination verweigern, ähnlich vorzugehen wie gegen christliche, weil sie im Falle der Muslime Angst vor dem möglichen Echo haben.

    Ich denke nicht, dass Andreas Molau dem Islam und islamischen Sitten und Gebräuchen feindselig gegenübersteht. Dieses Blog im übrigen auch nicht. CC ist ein Blog, das sehr viele positive Elemente im politischen und gesellschaftlichen System der USA erblickt. Unter anderem auch das dortige Verständnis von Religionsfreiheit: http://usaerklaert.wordpress.com/2010/04/03/zur-religionsfreiheit/

    Die Freiheit der Katholiken ist die Freiheit der Lutheraner ist die Freiheit der Evangelikalen ist die Freiheit der Juden ist die Freiheit der Muslime und und und… solange nicht die Freiheiten des anderen beschränkt werden. Die – heute wieder mit Inbrunst gepflegte – Tradition religiöser Intoleranz in Europa, die zur Massenflucht in die USA führte, hat eine „wohlwollende Neutralität“ des dortigen Staates zur Folge und verbietet es, eine Religion zu bevorzugen. In Europa hingegen greift auch in dieser Hinsicht zunehmend das Recht des Stärkeren Platz. Da Muslime des Öfteren mit teilweise fanatischer Entschlossenheit ihre Interessen verteidigen, handeln Linksideologen ihnen gegenüber nicht selten nach dem Motto „If you can`t beat them, join them.“ Gegen Christen hingegen wird mit Maßnahmen bis hin zur faktischen Vertreibung aus Deutschland wie im Fall der Familie Romeike vorgegangen. Und wenn ich die Bemerkung Andreas Molaus richtig deute, wollte er auf diese Form der Ungleichbehandlung anspielen.

    Dass es dort, wo der Sozialismus tatsächlich regierte, mit den Freizügigkeiten der 68er nicht allzu weit her war, zeigt bloß, wie perfide diese Ideologie ist. „Autoritäre Einstellungsmuster hinterfragen“ ist exakt so lange angesagt, wie es der Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Wertewelt dient. Sobald die Sozialisten selbst die Macht haben, sind sie selbst so autoritär, dass es jede Vorstellungskraft sprengt.

    Und – mit Verlaub – was Ihre Anspielung auf „Schutzhaft“ und USA betrifft: Ich finde, es ist doch ein nicht unwesentlicher Unterschied, ob jemand einem Mitschüler sein Handy „abzockt“ oder „Kartoffeln zermantscht“ oder ob Eltern bloß verhindern wollen, dass ihre Kinder in einer Weise indoktriniert werden, die ihren Erziehungsbemühungen zuwiderläuft…

    • Stimmt, eine direkt „abschätzige Bemerkung gegenüber konservativen Muslimen“ ist aus dem Text nicht herauszulesen, aber er stellt sie indirekt auf eine Stufe mit „linken Multi-Kulti-Fanatikern“, die ja gerade nichts mit „konservativen Muslimen“ am Hut haben.

      Daß er „dem Islam und islamischen Sitten und Gebräuchen“ nicht „feindselig gegenübersteht“, hat er ja im Muslim-Markt.de-Interview dargelegt. Ob er seine damalige Meinung noch vertritt, weiß ich nicht.

      Auch ich sehe „viele positive Elemente im politischen und gesellschaftlichen System der USA“, z. B. das „dortige Verständnis von Religionsfreiheit“. Die Frage ist nur, ob im Zuge von 9/11 die innenpolitischen Freiheiten nicht bereits gehörig demontiert wurden.

      Der Ostblock hatte eine ganz andere, halt autoritäre Historie (Marx/Engels, Lenin, Stalin) als die im Westen dominierende „emanzipatorische Linke“, welche die freiheitlichen Traditionen und Ziele des Sozialismus betonte, was in Verlauf der Geschichte oft genug zu blutigen Verfolgungen führte.

      Selbst also in Zeiten, wo es um die „Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaft“ ging, haben autoritäre Kommunisten keinen Antiautoritarismus gepredigt, sondern in ihren Parteiorganisationen vorgelebt, nicht selten handfest gegen Feinde im linken Spektrum, wie sie sich ihren Staat vorstellen.

      Was meine Anspielung auf „Schutzhaft“ und USA betrifft, so hatte ich die Fälle vor Augen, die immer mal wieder durch die Medien zu uns dringen, wo es um meist Minderjährige, teils Kleinkinder ging, die wie Schwerverbrecher in Ketten vorgeführt und eingekerkert wurden, weil sie in ihrem natürlichen Spieltrieb der angeblich christlichen, jedoch übelst sektiererische Sexualmoral zuwiderhandelten, was an ähnlich „mittelalterliche“ Regime in anderen Teilen der Welt erinnert, gegen jene man sich immer hoch zu Roß positioniert.

      Was die Solidarität mit den Eltern betrifft, die „bloß verhindern wollten, daß ihre Kinder in einer Weise indoktriniert werden, die ihren Erziehungsbemühungen zuwiderläuft“, so stand diese für mich vom ersten Tag an fest, und es war gut zu hören, daß sie in den USA Asyl erhalten haben.

  11. Um ehrlich zu sein… ich vermag im Sozialismus keine „freiheitlichen Traditionen und Ziele“ zu erkennen, für mich ist „Sozialismus“ alleine schon begrifflich ein Antonym zu „Freiheit“. Insofern betrachte ich den autoritären Sozialismus im Osten, in Nordkorea usw. nur als die Konsequenz des sozialistischen Menschenbildes. Der Sozialismus setzt voraus, dass es den „neuen Menschen“ gibt bzw. dass es dem Staat durch „Bewusstseinsbildung“ (eine Umschreibung für Gedankenkontrolle und Gehirnwäsche!) gelingt, diesen zu schaffen. Sobald einer sich quer stellt, steht er diesem Ziel im Wege. Und ein totalitäres System wie der Sozialismus kann – im Unterschied zu einer freiheitlichen Ordnung – Abweichung nicht dulden…

    Und was irgendwelche Räuberpistolen über angekettete Kinder betrifft, ist mir um ehrlich zu sein kein seriös belegter Fall bekannt. Ich lasse mich ja gern eines Besseren belehren, aber Sie werden vielleicht verstehen, dass ich meine Zeit nicht damit vergäude, irgendwelche Gruselstories auf feuerbringer.de oder wie diese Seiten sonst noch heißen zu lesen…

    • Es waren vor allem die Anarchisten jeder Couleur, die die Idee eines freiheitlichen Sozialismus vertraten und dafür von den autoritären Kommunisten blutig verfolgt wurden.

      Den Faschisten und bürgerlichen Etatisten ebenso.

      Dabei will der Anarchismus keinen „neuen Menschen“ schaffen, sondern die Deformierungen des bestehenden überwinden – freilich, ohne dabei neuerlich Zwang auszuüben.

      Was die rigide strafrechtliche Verfolgung von Kindern, auch im Zusammenhang mit einer absonderlichen Sexualmoral anbetrifft, so komme ich momentan nicht dazu, entsprechend zu recherchieren.

      Es folgen deshalb lediglich ein paar Fälle die zeigen, daß die USA keineswegs das Eldorado der Freiheit sind, wie das viele meinen, mögen das in Teilbereichen auch zutreffen.

      Und: Dort regieren seit Jahr und Tag keine Sozialisten …

      „Im US-Bundesstaat Maryland wurde ein 6-jähriger Junge als Triebtäter bezichtigt, nachdem er einer Mitschülerin auf den Po geschlagen habe. Die Schule reagierte sofort und holte die Polizei. Nun ist der kleine Junge wegen sexueller Belästigung aktenkundig.“

      +

      „Ein vierjähriger Junge wurde in Texas vorübergehend aus dem Kindergarten geworfen, weil er eine Betreuerin umarmt und dabei seinen Kopf an ihre Brust gedrückt hatte. Die Kindergärtnerin fühlte sich von ihm „sexuell belästigt“.
      —> http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,454437,00.html

      +

      „Der Fall Raoul sorgte im Jahre 1999 für weltweites Aufsehen. Ein elfjähriger Junge wurde damals mitten in der Nacht mit Handschellen abgeführt, nur weil eine Nachbarin gesehen haben will, daß der Junge seine Schwester unsittlich berührt hatte bzw. Doktorspielchen mit ihr gespielt hat. Wochenlang verbrachte der Elfjährige dann in Haft unter zum Teil schwerkriminellen Jugendlichen und nur dem massiven Druck durch ausländische Medien, Interessenverbänden etc. ist es zu verdanken, daß der Junge letzten Endes doch noch freikam.“
      —> http://www.zeit.de/1999/44/199944.entscheiden.raou.xml

      +

      „Gefährliche Doktorspiele – Kinder und Teenager werden in den USA wegen sexueller Vergehen einer Behandlung unterzogen, die an „Clockwork Orange“ erinnert. Die Folgen der sexuellen Unterdrückung sind fatal.“
      —> http://www.heise.de/tp/r4/artikel/5/5865/1.html

      +

      „Nun der Fall des 20-jährigen Genarlow Wilson. Als 17-Jähriger hatte er bei einer Party Oralsex mit einer damals 15-Jährigen. Selbst der Staatsanwalt räumte ein, dass dies freiwillig und ohne Zwang geschehen sei, wie auf den Videos von der Party zu sehen sei. Wilson wurde vor vier Wochen dennoch zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil Oralsex mit einem Mädchen unter 16 Jahren im US-Bundesstaat Georgia als Kindesmissbrauch gilt – egal, ob der Täter selbst noch minderjährig ist. Hätte Wilson statt Oralsex normalen Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen gehabt und es womöglich gar geschwängert, hätte er nach Georgias Gesetz zu höchstens einem Jahr Haft verurteilt wegen können.
      —> http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,462717,00.html

  12. Es mag in Europa politisch höchst unkorrekt sein, aber ich bin der Meinung, dass ein Schutzalter sehr sinnvoll ist und dieses mindestens bei 16, idealerweise aber bei 18 Jahren angesiedelt sein sollte. Von daher halte ich die Gesetzgebung in Georgia nicht für unangemessen. Mir ist auch klar, dass zB der Genosse Volker Beck dazu eine etwas andere Auffassung hat: http://bluthilde.wordpress.com/2010/04/14/wahlempfehlung_nrw/

    Scheise.de sieht grundsätzlich unter jedem Gullydeckel den Faschismus und Fundamentalismus hervorlugen und das mit den Kindergärtnerinnen, die sich von Kindern „sexuell belästigt“ fühlten, ist wohl eher jener Form von „political correctness“ zuzuordnen, die sich an den – „aufgeklärten“, liberalen und europafreundlichen – Universitäten in den USA ausgebreitet hat als dass sie christlich motiviert wäre.

    Anarchie mag ein kurzweiliges Gesprächsthema für nette Grillabende unter Freunden sein und ich muss selbst über die Propaganda der APPD – so stillos sie auch sein mag – schmunzeln. Aber jeder sollte sich so viel Menschenverstand bewahren, zu wissen, dass die legale Knarre für jeden und für Notfälle auch die bewaffnete Staatsmacht vorhanden sein sollte, um die Aufrechterhaltung eines möglichst herrschaftsfreien Zustands zu schützen. Denn der Drang zum Bösen ist in jedem Menschen und alleine schon dieser verhindert, dass Anarchie je tatsächlich funktionieren könnte. In diesem Sinne sind die USA das einer funktionstüchtigen Anarchie am nächsten kommende Staatswesen.

  13. […] Erzwingungshaft für Selbstdenker […]

  14. […] Rütlischulsystem ablehnt, wer das Vorgehen gegen Homeschooling-Eltern oder Christen, die sich der Untergrabung ihrer Erziehungsbemühungen durch das staatliche Schulwesen entgegenstellen, skandalös findet, wer einem sozialistischen Einheits-Bildungssystem und dem […]

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