loyalbushie

Archive for the ‘Doublethink Volkshochschule’ Category

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion III: Religionsfreiheit und Elterliches Erziehungsrecht

In Doublethink Volkshochschule, Gesellschaft, Politik, Recht, Religion, Tagesgeschehen on November 3, 2009 at 11:40 pm

Zur heutigen, aus aktuellem Anlass eingeschobenen neuen Lektion im „Doublethink“ ist es mir eine Ehre, den Blogger „jahresendfluegelpuppe“ vom „autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin“ als Gastdozent präsentieren zu dürfen. Er nimmt das heutige Urteil des EGMR über das Anbringen christlicher Symbole in italienischen Schulen zum Anlass, seine Winkelemente auszupacken, eine Flasche Rotkäppchensekt zu öffnen und uns deutlich zu machen, warum Religionsfreiheit nicht gleich Religionsfreiheit und Elternrecht nicht gleich Elternrecht ist:

[…] diese tragende säule des doublethink haben die straßburger richterinnen völlig richtig erkannt und angewendet. denn es zeigt die genialität und die treffsicherheit der fürsorglichkeit eines der sozialistischen perspektive des revolutionären weltproletariats verpflichteten humanistischen bildungswesens, entscheidungsfreiheiten der bürger dort zuzulassen, wo sie dem aufbau einer menschengerechten gesellschaft dienlich sind, gleichzeitig aber in einem akt prophylaktischer weitsicht eltern dort die entscheidungen abzunehmen, wo diese wegen ihres falschen bewusstseins oder ihrer verfangenheit in unwissenschaftlichem aberglauben gefahr laufen, falsche entscheidungen zu treffen. […]

Mehr zu allem hier: http://bluthilde.wordpress.com/2009/11/03/egmr-im-geiste-hoxhas-dschugaschwilis-und-dr-hilde-benjamins/

Advertisements

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion II: NS-Vergleiche

In Doublethink Volkshochschule, Politik, Tagesgeschehen on November 2, 2009 at 8:45 am

Was jeder, der zu den Guten gehören möchte, von vornherein wissen muss, ist, dass der „Nationalsozialismus“ eigentlich „Faschismus“ genannt zu werden hat. Sozialismus war er nämlich keiner, denn der Sozialismus ist die höchste und vollendetste Stufe des Humanismus und möchte nur das Gute für alle Menschen und ihre Befreiung von Ausbeutung durch den Menschen und allem Übel, das wo es überhaupt gibt und überhaupt. Hinter dem Faschismus hingegen stehen die am meisten reaktionären und imperialistischen Elemente des internationalen Finanzkapitals und deshalb kann man das nie vergleichen. Deshalb sind auch die weltweit 100 + x Millionen Menschen Reaktionäre, Saboteure und Hooligans, die um dem Sozialismus zum Durchbruch zu verhelfen neutralisiert werden mussten, bestimmt auch leichter gestorben als die 65 + x Millionen Menschen, die dem Faschismus oder NS anzulasten sind.

Dennoch hat sich die Bezeichnung „Nationalsozialismus“ noch weiter in den Köpfen gehalten, weshalb es besonders wichtig ist, das zu ändern und vor allem das Bild der unwissenden Normalbürger zurechtzurücken. Insbesondere im Zusammenhang mit Bezugnahmen und Vergleichen mit dem NS. Da ist nämlich klar zu unterscheiden, ob ein solcher bzw. derjenige, der ihn bringt, ein fortschrittliches oder ein reaktionäres Anliegen verfolgt. Den Rest des Beitrags lesen »

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion I: Personenkult

In Doublethink Volkshochschule, Politik, Tagesgeschehen on Oktober 10, 2009 at 11:10 am

Das Problem extrem einseitiger, linkslastiger Medien dürfte kein spezifisch deutsches Phänomen sein – auffällig ist allenfalls, dass hier zu Lande die Niveauskala einzelner Darstellungen nach unten offen ist und sich in kaum einem Bereich die Strategie der 68er, jegliche Moral- und Anstandsvorstellung zu zersetzen, so spürbar durchgesetzt hat wie dort.

Vor einem Jahr starb der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Ministerpräsident (Landeshauptmann) Dr. Jörg Haider. Zeitlebens verstand er es auf seine Weise Menschen zu begeistern, aber auch zu polarisieren. Sein politischer Weg war facettenreich und viele Veränderungen, die seine Politik und die der lange von ihm geleiteten FPÖ geprägt hatten, waren nicht immer für jedermann nachvollziehbar.

Auch wies sie zweifellos Härten auf, die viele Menschen befremdeten und Haiders Stil hatte auch etwas an sich, was nicht in jedem Land verstanden wurde. Für unzählige Menschen in Österreich und insbesondere in dessen südlichstem Bundesland war sein Tod jedoch ein Schock und über Parteigrenzen hinweg trauerte ein Land um einen talentierten, charismatischen und markanten Politiker.

drjoerghaider1

Zweifellos mag es dabei einige Formen, der eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen, gegeben haben, die befremden und zum Teil an politisch motivierte Leichenfledderei grenzen, nicht zuletzt auch Verschwörungstheorien, wonach sein Tod kein Unfall gewesen wäre.

Noch heute wird die Erinnerung an Haider gepflegt – für nicht wenige Medien gerade in Deutschland Grund genug, mit überheblichem Unterton und unter Ausbreitung unappetitlicher Gerüchte über Haiders Privatleben das Gedenken zu begleiten. Von „Haider-Kitsch“ ist ebenso die Rede wie von „Enthüllungen“ seines „Ex-Geliebten“ und der politischen Ausrichtung seines Vaters. Merke: Die Forderung nach Sippenhaftung oder sich an Spekulationen aus dem Homo-Milieu zu begeilen, ist also dann auf jeden Fall dann ok, wenn der, um den es geht, Haider heißt. Komisch, wo man doch seit Jahren allenthalben darüber belehrt wird, dass Homosexualität ja etwas völlig Normales wäre…

Aber deutsche Medien sind eben – bedingt dadurch, dass sie noch aufgeklärter sind als alle ohnehin aufgeklärten Medien anderer Industrienationen – allen anderen auch hier um eine Nasenlänge voraus. Sie haben völlig Recht, wenn sie irrationalen, byzantinistischen Personenkult ohne reale Substanz kritisch begleiten und hinterfragen. 

b-bo-12-disciples-peoples-cube(c) The Peoples Cube 2009

So wie das ja auch zu bemerken war, als der Messias der amtierende US-Präsident Barack Obama gestern mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, für den er bereits 10 Tage nach seinem Amtsantritt nominiert worden war. Und das wurde ja kritisch aufgenommen, oder?