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Archive for the ‘Religion’ Category

Lektüre (nicht nur) für Kirchenversteher

In Kultur und Zeitgeist, Religion, Rezension on April 5, 2010 at 5:55 pm

Eines vorneweg: Wer ohnehin schon weiß, dass die Römisch-Katholische Kirche nur dann noch eine Chance hat, wenn sie endlich mit der Zeit geht, ihre veralteten Moralvorstellungen aufgibt bzw. dass sie ohnehin in erster Linie nur für Missbrauchsskandale und Bevormundung steht, darf sich die Lektüre des im Sankt-Ulrich-Verlag erschienenen Buches „Die Wahrheit – Lehre und Streitfragen der Kirche von heute“ gerne schenken. Ihm wird sein Halbwissen aus Medien und einigen Jahren PISA-Bildung genügen, um für Partygespräche gerüstet zu sein.

Autor George Weigel und Papst Johannes Paul II. (Quelle: EPPC)

Wem hingegen die Pressemeldungen der letzten Wochen schon lange zum Halse raushängen, wer als Katholik nach einer verhältnismäßig kurzen, aber prägnanten und dabei doch tiefgründigen Aufarbeitung der wesentlichen Glaubenswahrheiten seiner Kirche sucht oder wer als Nichtkatholik aus erster Hand und nachvollziehbar die katholische Gedankenwelt kennen lernen möchte, der könnte an der genannten Schrift durchaus seine Freude haben und seinen Nutzen ziehen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Vermeidbare Zerwürfnisse

In Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 28, 2009 at 11:08 pm

Mit Stefan Kramer hat der Zentralrat der Juden in Deutschland einen eloquenten, hellen Kopf zum Generalsekretär erhoben. Im Umgang mit Medien und in der Fähigkeit, sich in Szene zu setzen, kann er sich durchaus mit Michel Friedman messen, ohne jedoch wie Letzterer mit Skandalen in Erscheinung zu treten. Kramer scheut sich nicht, wichtige und richtige Worte zur rechten Zeit zu verlieren, egal, ob es um Patriotismus und das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation geht oder um berechtigte Warnungen vor einer zunehmenden Salonfähigkeit von Hetze gegen ganze Bevölkerungsgruppen.

Umso bedauerlicher ist es, wenn sich der gleiche Stefan Kramer zu sachlich nicht gerechtfertigten und inhaltlich unausgewogenen Äußerungen hinreißen lässt, die – gerade weil von jemanden wie ihm differenziertere und abgewogenere Stellungnahmen erwartet werden könnten – böses Blut schaffen und das Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Institutionen belasten, wie dies aktuell auf Grund seiner Äußerungen zum Papst und zur Katholischen Kirche der Fall ist.

Dass auch die Wortwahl des Regensburger Bischofs Müller, der von „Hassausbrüchen jenseits aller Vernunft“ sprach, nicht wirklich als hilfreich angesehen werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Inhaltlich jedoch gibt es nicht nur auf europäischer, sondern auf weltweiter Ebene kaum einen Vertreter einer Religionsgemeinschaft, der ein ähnlich hohes Maß an Respekt gegenüber anderen Religionsgemeinschaften zeigt wie das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Der „Pontifex Maximus“ wird seinem Anspruch und seiner Verantwortung gerecht, Brücken zu bauen. Dem Anspruch der Katholischen Kirche entsprechend macht dieses Streben auch vor Strömungen nicht Halt, die Anlass zu Kontroversen bieten. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Weisen von Mekka

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 26, 2009 at 7:22 pm

Kurze Unterbrechung meiner Kreativpause… aber das muss einfach sein. Einerseits sollte man gewissen Kreisen und ihren Äußerungen nicht dadurch unnötig Publicity verschaffen, dass man sie zum Gegenstand der Berichterstattung macht. Andererseits lassen sich bei jeder sektenartigen Struktur, die sich in ihrer Parallelwelt mit eigener Sprache, eigenen Wertmaßstäben und eigener Wahrnehmung eingerichtet hat – seien es 9/11-Truther, Rechtsnationalisten, militante Atheisten, Antisemiten, „Islamkritiker“, Endzeitwarner oder sonstige Verschwörungstheoretiker – bestimmte Mechanismen beobachten, die deutlich machen, wie in solchen Zusammenhängen gearbeitet wird und wie ihre Propaganda funktioniert.

Durch welche trüben Kanäle innerhalb der „islamkritischen“ Internetsekte die Säue durchs Dorf getrieben werden, lässt sich beispielsweise anhand der neuesten Räuberpistole erkennen, die es aus dem Kotzkübel über PI in die „Gegenstimme“ geschafft hat, die sich ja gerne – allerdings bar jeder Realität – als die „gesittete“ Variante des islamophoben Spektrums darstellt. Den Rest des Beitrags lesen »

Rot-braune Klimapolitik als Antwort auf Kopenhagen?

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 19, 2009 at 10:36 pm

Vielleicht sollte ich satirische Beiträge hier künftig besser kennzeichnen oder gleich ins bluthilde-Blog verlagern. Aber selbst das würde nichts nützen, weil es genügend Leute gibt, die nicht mal dieses und die Texte dort als Parodie durchschauen.

So werde ich nun damit leben müssen, dass es möglicherweise bald eng auf den Anklagebänken in Den Haag werden wird und auch auf die nationalen Strafgerichte könnte in nächster Zeit viel Arbeit zukommen könnte – und satirisch gemeinte Beiträge hier auf CC noch Mitschuld daran tragen.

Nicht genug, dass Beiträge auf diesem Blog die linksextreme österreichische Partei „Die Grünen“ zu Gesetzesentwürfen inspirieren. Nicht genug, dass sich bereits seit längerem George W. Bush, der Papst und die israelische Regierung ob ihrer Verfehlungen auf die irdische Gerechtigkeit im niederländischen Bürokratenkaff einstellen müssen.

Nicht einmal genug, dass ein steinzeitkommunistisches Nachrichtenportal eine große Verschwörung der internationalen Finanzmonopole und ihrer Lakaien in Politik und Medien zur Zerstörung des Planeten durch Erderwärmung aufgedeckt hat und nunmehr Forderungen unterstützt, den Verantwortlichen wegen „Verbrechen gegen die Menschheit und die Natur“ den Prozess zu machen.

Wie es aussieht, werden nun wohl auch bald noch weitere prominente Politiker zur Rechenschaft gezogen werden müssen – unter anderem unsere amtierende Bundeskanzlerin (bei der erschwerend noch dazukommt, dass sie der Bob Gel-Doof, seines Zeichens Ein-Mann-Rechnungshof der Republik, schwerwiegender Mängel im Haushalt überführt hat) und last but not least der Messias selbst, der nunmehr nicht nur in den USA selbst, sondern auch unter seinen treuesten Fans im aufgeklärt-postmodernen Europa in Ungnade gefallen ist. Da half nicht einmal mehr ein Rumpelstilzchen-Auftritt in den Hotelhallen… Den Rest des Beitrags lesen »

„Inverse Gutmenschen“ – Stunk unter „Islamkritikern“

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 8, 2009 at 1:16 am

 Es war der größte Triumph seit Bestehen dieses Modetrends: Die „Anti-Islam-Bewegung“, wie sie das rechtskonservative Schweizer Nachrichtenportal „winkelried“ nennt, hatte erstmals in Europa bei einer Abstimmung eine absolute Mehrheit für ein Anliegen verzeichnen können.

Waren es bislang allenfalls Achtungserfolge politischer Parteien gewesen, die antiislamische Agitation in den Vordergrund ihrer politischen Aktivitäten gestellt hatten, waren die 57% für die Initiative zum Minarettverbot in der Schweiz ein Ergebnis, das zweifellos eine neue Dimension im Zuspruch zu Anliegen dieser Art darstellte. Das Ergebnis fand weit über die Grenzen der Schweiz hinaus Beachtung.

Während das Minarettverbot in vielen mehrheitlich islamischen Staaten wie der Türkei Unverständnis und Misstrauen auslöste, war der Jubel unter rechtspopulistischen, rechtskonservativen und rechtsextremistischen politischen Parteien und Bewegungen sowie in der „islamkritischen“ Blogosphäre am Lautesten.

Dabei vergaßen teilweise auch Personen im Taumel der Schadenfreude für einen Moment ihre Kinderstube, die im Moment der Verkündung des Abstimmungsergebnisses erlebt haben mussten, wie jahrzehntelange äußerliche Anpassung und Selbstdomestizierung im Rahmen des politisch korrekten Diskurses hinweggeschwemmt wurden wie Blütenstaub durch den Sommerregen.

So hetzt etwa der geschäftsführende Gesellschafter einer österreichischen Internetmarketingfirma in einem Ton gegen die zweitgrößte Weltreligion, der sich von Leitartikeln der „Deutschen Stimme“ nicht mehr in einer wirklich wesentlichen Art und Weise unterscheidet.

Bild: Aufgeklärte Humanisten im Einsatz für die Verteidigung westlicher Errungenschaften

Auch so manche permanent mit dem Vergessenwerden kämpfende C-Promis wie „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer stiegen erhobenen Hauptes aus der Gruft, um den verdutzten Muslimas zu erklären, dass sie und ihre Gesinnungsgenossinnen deren wahre Bedürfnisse besser kennen als diese selbst – sekundiert von rechtsradikalen Hassblogs, die Schwarzers Angelegenheit zu ihrer eigenen machen und im Hijab das „islamische Hakenkreuz“ zu erblicken meinen. Ob ein NS-Vergleich eine Verharmlosung oder den Ausdruck eines besonders kritischen Bewusstseins darstellt, entscheidet dabei wieder einmal die subjektive Willkür dessen, der sich eines solchen bedient. Solange Ralph Giordano, sozusagen die Claudia Roth unter den Antiislamisten, keinen Einspruch geltend macht, scheint diesbezüglich jedenfalls kaum Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein.

„Was der Musel denkt, ist einerlei…“

„Islamkritik“ zeichnet sich dadurch aus, dass sie kein nachvollziehbares Ziel kennt, ausschließlich von wechselseitiger Selbstbestätigung der Akteure untereinander lebt und jeden ernsthaften und unvoreingenommen Dialog als „Dialüg“ ablehnt, zumal man den Andersdenkenden, sollte er die eigene vorgefasste Meinung nicht bestätigen können, immer noch der „Taqqiya“ zeihen und damit wieder an den gewünschten Pranger stellen kann. Egal, welche Position Muslime einnehmen: Aus Sicht der „Islamkritiker“ ist sie immer Beweis für die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung und für die abgrundtiefe Bösartigkeit ihrer Gegner. Den Rest des Beitrags lesen »

Nicht mit einem Etikett versehen… UPDATED …

In Gesellschaft, Religion, Tagesgeschehen on November 22, 2009 at 8:38 pm

Sie können ja sogar freundlich sein, die Neo-Hoxhaisten. Zumindest solange sie ihre Bauernfängerei an den Ankündigungsflächen öffentlicher Verkehrsmittel anbringen. Es stinkt ihnen offenbar gewaltig, dass das Recht von Eltern, darüber zu wachen, mit welchen Wertvorstellungen ihre Kinder aufwachsen und sie mit ihren religiösen Überzeugungen vertraut zu machen, bei allen Aushöhlungen noch immer nicht im Stile eines mittelalterlichen KP-Staates gänzlich aufgehoben wurde. Wie bereits in der entsprechenden Doublethink-Lektion kürzlich deutlich gemacht darf „elterliches Erziehungsrecht“ nur dann respektiert werden, wenn gewährleistet ist, dass dieses in einer verantwortungsvollen Art und Weise gehandhabt wird (zB wie bei der Genossin Solie Lautsie). Und was „verantwortungsvoll“ ist, hat die Partei zu entscheiden, denn die Partei hat immer Recht! Den Rest des Beitrags lesen »

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion III: Religionsfreiheit und Elterliches Erziehungsrecht

In Doublethink Volkshochschule, Gesellschaft, Politik, Recht, Religion, Tagesgeschehen on November 3, 2009 at 11:40 pm

Zur heutigen, aus aktuellem Anlass eingeschobenen neuen Lektion im „Doublethink“ ist es mir eine Ehre, den Blogger „jahresendfluegelpuppe“ vom „autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin“ als Gastdozent präsentieren zu dürfen. Er nimmt das heutige Urteil des EGMR über das Anbringen christlicher Symbole in italienischen Schulen zum Anlass, seine Winkelemente auszupacken, eine Flasche Rotkäppchensekt zu öffnen und uns deutlich zu machen, warum Religionsfreiheit nicht gleich Religionsfreiheit und Elternrecht nicht gleich Elternrecht ist:

[…] diese tragende säule des doublethink haben die straßburger richterinnen völlig richtig erkannt und angewendet. denn es zeigt die genialität und die treffsicherheit der fürsorglichkeit eines der sozialistischen perspektive des revolutionären weltproletariats verpflichteten humanistischen bildungswesens, entscheidungsfreiheiten der bürger dort zuzulassen, wo sie dem aufbau einer menschengerechten gesellschaft dienlich sind, gleichzeitig aber in einem akt prophylaktischer weitsicht eltern dort die entscheidungen abzunehmen, wo diese wegen ihres falschen bewusstseins oder ihrer verfangenheit in unwissenschaftlichem aberglauben gefahr laufen, falsche entscheidungen zu treffen. […]

Mehr zu allem hier: http://bluthilde.wordpress.com/2009/11/03/egmr-im-geiste-hoxhas-dschugaschwilis-und-dr-hilde-benjamins/

14-Jährige Ausreißerin will zum Islam konvertieren

In Gesellschaft, Religion, Tagesgeschehen on November 1, 2009 at 5:30 pm

Nein, das ist kein PI-Watchblog geworden. Nein, ich bin auch nicht konvertiert. Aber dass das Thema „Islam“ auch hier auf dem Blog immer breiteren Raum einnimmt, ist symptomatisch dafür, dass dieses derzeit nicht nur im konservativen Spektrum (welches CC ansprechen soll) für Gesprächsstoff sorgt wie kaum ein anderes.

Und manchmal – wobei ich das in wesentlich anderem Sinne meine als PI – eignen sich Zeitungsartikel über Alltagssituationen oder ganz normale Schlagzeilen durchaus, um Nachdenklichkeit zu erzeugen, die nötig ist, um diesem Thema gerecht zu werden.

In Birmingham/Großbritannien wendet sich der Imam der dortigen zentralen Moschee an seine Gemeinde, um die 14-jährige Sarah Dunn zu suchen, die vor einigen Wochen von zu Hause abgehauen war und sich vermutlich bei einer muslimischen Einwandererfamilie verschanzt hat. Sie hatte ihr Elternhaus im Streit verlassen, nachdem ihre Mutter daran Anstoß genommen hatte, dass das Mädchen begonnen hatte, sich intensiv mit dem Koran zu beschäftigen und ihre Freizeit mit muslimischen Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft verbracht hatte. Den Rest des Beitrags lesen »

Black Music – vom traurigen Niedergang einer Kultur

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Musik, Religion on Oktober 21, 2009 at 11:12 pm

Ich liebe Clipinc … mit Clipinc kann ich drei Internet-Radios gleichzeitig aufnehmen … und das alles völlig legal. Allerdings entstehen große Mengen MP3-Songs, welche erst mühsam geschnitten, kategorisiert und bewertet werden wollen. Vor kurzem habe ich daher ca 450 Songs eines BlackMusic-Senders bearbeitet und war entsetzt …. Um es mal positiv auszudrücken: Unter hunderten schrecklichster Gangsta-Rap-Stücken fischte ich zwei absolute 5-SterneSongs heraus: Einmal American Boy von Estelle und dann das unglaublich fantastische „Good Day“ von den Nappy Roots, das jetzt bitte mal jeder gleich anhört, um einen richtig schönen Tag zu bekommen 🙂

Good Day!

Liebe Kulturpessimisten, die Ihr das hier bis jetzt alles ein wenig zu überschwänglich positiv und belanglos findet … Hier geblieben! … Ihr solltet unbeding weiterlesen, denn Ihr werdet hier in diesem Posting genau das finden was Ihr sucht …

Wir leben in Zeiten wo eine der großen Inovationsquellen der westlichen PopMusik qualitativ und moralisch im Sterben liegt … ich rede von Black Musik, verseucht von GanstaRappern, die nur noch von „Niggers“ [europäische POP-Kultur-Intellektuelle waren natürlich über alle Maßen begeistert von soviel Subversion] oder „Bitches“ reden, schwarze Kinder die ohne Väter aufwachsen … Jungs, die sich gegenseitig abknallen … Es wird immer schlimmer!

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Null Atheisten-Propaganda in Zug

In Gesellschaft, Religion on Oktober 3, 2009 at 9:34 am

Zug ist nicht nur ein Steuerparadies, sondern vor allem ein traumhaft schöner Flecken Erde. Ich habe in meiner Jugendzeit in der Gegend oft meine Ferien verbracht. Ausgedehnte Spaziergänge an der Seepromenade, ein gepflegter Kaffee im Metalli-Einkaufszentrum, ein Bummel in der Altstadt und eine Zuger Kirschtorte: Jeder kleine Augenblick ein Grund, Gott für die unendliche Schönheit seiner Schöpfung zu danken.

Wer frei ist von Denken und jeglichem Geist äääh sorry „Freidenker“ oder „Freigeist“ ist, sieht das offenbar anders. Jedenfalls wollten fundamentalistische Anhänger der Religion des Atheismus die idyllische Szenerie und vor allem den gesellschaftlichen und religiösen Frieden in der Stadt mit ihren sattsam bekannten Propaganda-Bussen stören. Dem hat der traditionell von bürgerlichen Parteien wie der FDP oder der SVP dominierte Zuger Stadtrat allerdings einen Riegel vorgeschoben.

An den Stadträten sind offenbar Jahrzehnte roter Gehirnwäsche spurlos vorüber gegangen. Normalerweise müsste jedem aufgeklärten Bürger ja bekannt sein, dass Atheisten und dabei vor allem Kommunisten zu Recht das Markenschutzrecht darauf beanspruchen können, das „Leben zu genießen“: Alkoholexzesse, freie Sexualität, „Bewusstseinserweiterung“ durch Drogen, Abfackeln fremden Eigentums, Kampf gegen den „Kapitalismus“ fallen da darunter, aber doch niemals ein Leben im Einklang mit Gottes Geboten. Da es ja bekanntlich keinen gibt, kann ein solches ja begriffslogisch nicht mit „Genuss“ verbunden sein, sondern hindert uns an der Erkenntnis unserer wahren Bedürfnisse. Und um uns das zu sagen, müssen uns die Atheisten eben mit ihrer Agitprop Aufklärungsarbeit belästigen erreichen.

Immerhin wissen sie ja aus klugen Büchern, was wahres und was falsches Bewusstsein ist. Und wenn wir das anders sehen, liegt es daran, dass wir eben im falschen Bewusstsein gefangen sind, weil uns die böse Ausbeutergesellschaft ihre Werte aufgezwungen hat, damit wir unserer wahren Bedürfnisse (die von den Linken, da nur sie „an der Befreiung des Menschen“ orientiert sind, verbindlich definiert werden) nicht gewahr werden und deshalb nicht den erforderlichen Klassenstandpunkt entwickeln können, ohne den es die „Schöne neue Welt“ nicht geben kann. Und Religion ist ja bekanntlich nur erfunden worden, um uns in diesem falschen Bewusstsein gefangen zu halten. Die meisten Kommunisten haben außerdem so lange studiert, dass wir ihnen schon glauben können, dass sie unsere wahren Bedürfnisse besser kennen als wir selbst.  

Wir wissen ja: Im Kapitalismus wird der Mensch durch den Menschen ausgebeutet, im Sozialismus ist es umgekehrt. Und wir sind alles bigotte Faschisten, weil wir uns unkritisch an den Inhalt von Büchern halten, die vor mehr als 1000 Jahren geschrieben wurden. Hätten wir stattdessen Marx, Darwin, Freud oder Wilhelm Reich gelesen, wäre uns das auch klar geworden!

 

tccomic (Quelle: „This godless Communism“, Treasure Chest comics, 1961)

PS in eigener Sache: Das CC-Team freut sich, dass unser Blog gelesen wird. Auch gegen Ideenklau kann man nichts einwenden. Allerdings sollte man, auch wenn man als Ösi-Grüner intellektuell sicher mindestens 34 Seemeilen über uns angesiedelt ist, zumindest den Unterschied zwischen Satire und ernst gemeinter Aussage erkennen können.

Selbst im Zeitalter der Piratenpartei hätten die Melonenkommunisten wenigstens das Copyright für ihre neue Schnapsidee angeben können. Und das ist eindeutig bei uns!