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Posts Tagged ‘Christentum’

Erzwingungshaft für Selbstdenker

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik on April 11, 2010 at 10:09 pm

(Gastbeitrag von Andreas Molau)

Dass wir uns immer mehr in Richtung Sozialismus und Einheitsstaat bewegen, zeigt das folgende Beispiel: Zwei Mütter wurden jetzt in Erzwingungshaft (Erzwingungshaft ist keine Strafe für eine begangene Ordnungswidrigkeit, sondern ist ein Beugemittel) genommen, weil sie aus religiösen, christlichen Motiven ihre Kinder nicht an einer Veranstaltung unter dem sonderbaren Titel „Mein Körper gehört mir“ teilnehmen lassen wollten. Muslime hätten vermutlich unter dem Schutz unserer Multikulti-Fanatiker gestanden. Der Titel erinnert an die krampfhafte Legitimation der Abtreibungsfanatiker, die ihren Mord an ungeborenem Leben mit dem Motto „Mein Bauch gehört mir“ zu rechtfertigen versuchen.

Den bürgerlichen Willen brechen, um den sozialistischen Willen aufbauen zu können: Diese Strategie steckt hinter der Verächtlichmachung der Religion bei gleichzeitiger Frühsexualisierung von Kindern

An dem aktuellen Beispiel zeigt sich auch, wie die linke Ideologie durch Sexualisierung des Alltags ihr politisches Programm durchzusetzen versucht. Drittklässlern mit sexuellen Phantasien der Erwachsenen zu belästigen, ist eine typische Projektion der 68er. Den Kindern wird vermittelt, dass es positive sexuelle Berührungen gibt und negative, die sie zurückzuweisen lernen sollen. Man hat den Eindruck, als würde das Problem sexueller Belästigung von Kindern ein flächendeckendes sein. Medienkampagnen suggerieren, dass die Mehrheit der Kinder in ihren Familien oder in katholischen Gotteshäusern gefährdet sei. Den Rest des Beitrags lesen »

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Trauer um Präsident Kaczynski

In Tagesgeschehen on April 11, 2010 at 8:48 pm

"Ich möchte, dass sich die Menschen für ihre Geschichte interessieren, dass sie Achtung für unsere Helden empfinden. Ohne dies kann ein Staat, kann ein Land nicht existieren. Das Museum zeigt auch, dass man die Gesellschaft verändern kann, wenn man etwas tut und an den Erfolg glaubt." (Lech Kaczynski zur Einweihung des Gedenkmuseums für den Warschauer Aufstand 1944)

Es geschah auf dem Weg zum Gedenken an das Massaker von Katyn, wo Kommunisten vor 60 Jahren weite Teile des polnischen Offizierskorps ermordet hatten. Als am Vormittag des gestrigen 10.April 2010 jene Tupolew der polnischen Luftwaffe, mit der Staatspräsident Lech Kaczynski und seine Begleiter aus der Spitze der polnischen Armee zum Veranstaltungsort gebracht werden sollten, im Landeanflug auf Smolensk abstürzte, verlor Polen einmal mehr wichtige Persönlichkeiten seiner Elite. Und allen voran einen großen polnischen Politiker und großen polnischen Patrioten.

Lech Kaczynski war ein verlässlicher Verbündeter der USA, Benjamin Netanyahu bezeichnete ihn außerdem als "großen Freund Israels"

Nachdem Lech Kaczynski zusammen mit seinem Zwillingsbruder Jaroslav seit Beginn der 80er-Jahre führend den Widerstand der Arbeiter in der Danziger Leninwerft und den Kampf der Gewerkschaft Solidarnosc gegen den Kommunismus und das Regime des steinzeitmarxistischen Diktators Jaruzelsky begleitet hatte, gestaltete er am Runden Tisch und nach der Herstellung der Demokratie in Polen auch als Senator, Sejm-Abgeordneter und später auch als Justizminister die Geschicke seines Landes mit. Den Rest des Beitrags lesen »

Lektüre (nicht nur) für Kirchenversteher

In Kultur und Zeitgeist, Religion, Rezension on April 5, 2010 at 5:55 pm

Eines vorneweg: Wer ohnehin schon weiß, dass die Römisch-Katholische Kirche nur dann noch eine Chance hat, wenn sie endlich mit der Zeit geht, ihre veralteten Moralvorstellungen aufgibt bzw. dass sie ohnehin in erster Linie nur für Missbrauchsskandale und Bevormundung steht, darf sich die Lektüre des im Sankt-Ulrich-Verlag erschienenen Buches „Die Wahrheit – Lehre und Streitfragen der Kirche von heute“ gerne schenken. Ihm wird sein Halbwissen aus Medien und einigen Jahren PISA-Bildung genügen, um für Partygespräche gerüstet zu sein.

Autor George Weigel und Papst Johannes Paul II. (Quelle: EPPC)

Wem hingegen die Pressemeldungen der letzten Wochen schon lange zum Halse raushängen, wer als Katholik nach einer verhältnismäßig kurzen, aber prägnanten und dabei doch tiefgründigen Aufarbeitung der wesentlichen Glaubenswahrheiten seiner Kirche sucht oder wer als Nichtkatholik aus erster Hand und nachvollziehbar die katholische Gedankenwelt kennen lernen möchte, der könnte an der genannten Schrift durchaus seine Freude haben und seinen Nutzen ziehen. Den Rest des Beitrags lesen »

‚Ich bin dem Bischof sehr dankbar für diese klare Stellungnahme‘

In Tagesgeschehen on Februar 19, 2010 at 8:39 am

… und ich bin Ministerin Beate Merk sehr dankbar für die klaren Worte der Solidarität.

kath.net berichtet wie folgt:

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) hat den Augsburger Bischof Walter Mixa nach dessen Aussage zum sexuellen Missbrauch von Kindern in Schutz genommen. «Selbstverständlich hat die Freizügigkeit dazu beigetragen, die Hemmschwelle zu senken», sagte die CSU-Vizechefin der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag). Mixa hatte mit der These für Aufregung gesorgt, wonach eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahrzehnten mit Schuld trage an den Missbrauchsfällen. Dieser Trend habe auch abnorme sexuelle Neigungen eher gefördert als begrenzt, so der Bischof.

Merk sagte, der Kindesmissbrauch durch Geistliche habe «natürlich auch noch andere Gründe» als die sexuelle Revolution – «aber das war ja nicht die Frage». Sie sehe in Mixas Worten «keine unglückliche Formulierung, sondern den Versuch einer Erklärung». Die Justizministerin wörtlich: «Ich bin dem Bischof sehr dankbar für diese klare Stellungnahme, weil es nach wie vor Tabu ist, über sexuellen Missbrauch zu sprechen und weil uns jede öffentliche Diskussion weiterbringt und den Opfern hilft.» Zuvor hatte auch der Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, die Frage aufgeworfen, «inwieweit die Übersexualisierung unserer Gesellschaft mitverantwortlich ist, krankhafte Auswüchse zu fördern».

Asyl für Homeschooling-Eltern

In Gesellschaft, Recht, Tagesgeschehen on Januar 27, 2010 at 10:56 pm

Sie haben es geschafft: Wie die Home School Legal Defense Association (HSLDA) mitteilt, hat das zuständige Gericht in Memphis, Tennessee, dem Asylantrag der aus Bissingen stammenden, 7-köpfigen Familie des Musiklehrers Uwe Tomeike und seiner Frau Hannelore, stattgegeben. Die Romeikes waren aus Deutschland in die USA geflüchtet, nachdem sie infolge ihrer Absicht, die Kinder entgegen den landesgesetzlichen Bestimmungen über die Schulpflicht zu Hause zu unterrichten, in Deutschland strafrechtliche Verfolgung und die behördliche Entfernung der Kinder aus ihrem Familienverband befürchtet hatten.

Familie Romeike ist nicht die einzige „Homeschooling“-Familie in Deutschland. Während einige Schulbehörden sich um gütliche Einigungen mit Eltern bemühen, die aus religiösen Gründen Vorbehalte gegen das staatliche Schulsystem in Deutschland haben, verfolgen andere Schulverweigerer mit Geld- und Haftstrafen oder dem Entzug des Erziehungsrechts. Über ähnlich hartes Vorgehen gegenüber Schülern und deren Eltern, die nicht aus religiösen Gründen unentschuldigt der Schule fernbleiben, sondern stattdessen im Einkaufszentrum abhängen, ist übrigens nichts bekannt. Den Rest des Beitrags lesen »

Quo vadis CDU?

In Politik, Tagesgeschehen on Januar 16, 2010 at 12:48 am

Die gute Nachricht der letzten Tage: Über die Union wird wieder gesprochen. Der Haken daran: Auf einen großen Teil der Schlagzeilen, die Deutschlands bürgerlich-konservativem Volksparteienbündnis gewidmet sind, könnte sie dankend verzichten.

Am 9.Mai steht die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung auf dem Spiel: Verliert die in Düsseldorf regierende Koalition aus CDU und F.D.P. unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ihre Mehrheit, droht nicht nur eine Regierungsbeteiligung eines der extremsten Landesverbände der SED-Nachfolgepartei, sondern auch der Verlust der bürgerlichen Mehrheit im Bundesrat. Kein Wunder, dass sich in der Union Nervosität breit macht.

Der Wahlsieg zum Bundestag, der den Wechsel zu Schwarz-Gelb ermöglicht hatte, war keineswegs triumphal ausgefallen. Vor allem konnte die Union weniger aus eigener Kraft den Wechsel herbeiführen, sondern profitierte primär von der ungeahnten Stärke der Liberalen. Angesichts unbefriedigender Umfragewerte – die allerdings in den letzten Jahren so ziemlich jede neue Regierungskoalition nach den ersten Monaten zu beklagen hatte – kommen vor allem innerhalb der CDU Debatten auf, die man möglicherweise besser bereits geraume Zeit vor der Bundestagswahl hätte führen sollen. Den Rest des Beitrags lesen »

Vermeidbare Zerwürfnisse

In Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 28, 2009 at 11:08 pm

Mit Stefan Kramer hat der Zentralrat der Juden in Deutschland einen eloquenten, hellen Kopf zum Generalsekretär erhoben. Im Umgang mit Medien und in der Fähigkeit, sich in Szene zu setzen, kann er sich durchaus mit Michel Friedman messen, ohne jedoch wie Letzterer mit Skandalen in Erscheinung zu treten. Kramer scheut sich nicht, wichtige und richtige Worte zur rechten Zeit zu verlieren, egal, ob es um Patriotismus und das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation geht oder um berechtigte Warnungen vor einer zunehmenden Salonfähigkeit von Hetze gegen ganze Bevölkerungsgruppen.

Umso bedauerlicher ist es, wenn sich der gleiche Stefan Kramer zu sachlich nicht gerechtfertigten und inhaltlich unausgewogenen Äußerungen hinreißen lässt, die – gerade weil von jemanden wie ihm differenziertere und abgewogenere Stellungnahmen erwartet werden könnten – böses Blut schaffen und das Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Institutionen belasten, wie dies aktuell auf Grund seiner Äußerungen zum Papst und zur Katholischen Kirche der Fall ist.

Dass auch die Wortwahl des Regensburger Bischofs Müller, der von „Hassausbrüchen jenseits aller Vernunft“ sprach, nicht wirklich als hilfreich angesehen werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Inhaltlich jedoch gibt es nicht nur auf europäischer, sondern auf weltweiter Ebene kaum einen Vertreter einer Religionsgemeinschaft, der ein ähnlich hohes Maß an Respekt gegenüber anderen Religionsgemeinschaften zeigt wie das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Der „Pontifex Maximus“ wird seinem Anspruch und seiner Verantwortung gerecht, Brücken zu bauen. Dem Anspruch der Katholischen Kirche entsprechend macht dieses Streben auch vor Strömungen nicht Halt, die Anlass zu Kontroversen bieten. Den Rest des Beitrags lesen »

Rot-braune Klimapolitik als Antwort auf Kopenhagen?

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 19, 2009 at 10:36 pm

Vielleicht sollte ich satirische Beiträge hier künftig besser kennzeichnen oder gleich ins bluthilde-Blog verlagern. Aber selbst das würde nichts nützen, weil es genügend Leute gibt, die nicht mal dieses und die Texte dort als Parodie durchschauen.

So werde ich nun damit leben müssen, dass es möglicherweise bald eng auf den Anklagebänken in Den Haag werden wird und auch auf die nationalen Strafgerichte könnte in nächster Zeit viel Arbeit zukommen könnte – und satirisch gemeinte Beiträge hier auf CC noch Mitschuld daran tragen.

Nicht genug, dass Beiträge auf diesem Blog die linksextreme österreichische Partei „Die Grünen“ zu Gesetzesentwürfen inspirieren. Nicht genug, dass sich bereits seit längerem George W. Bush, der Papst und die israelische Regierung ob ihrer Verfehlungen auf die irdische Gerechtigkeit im niederländischen Bürokratenkaff einstellen müssen.

Nicht einmal genug, dass ein steinzeitkommunistisches Nachrichtenportal eine große Verschwörung der internationalen Finanzmonopole und ihrer Lakaien in Politik und Medien zur Zerstörung des Planeten durch Erderwärmung aufgedeckt hat und nunmehr Forderungen unterstützt, den Verantwortlichen wegen „Verbrechen gegen die Menschheit und die Natur“ den Prozess zu machen.

Wie es aussieht, werden nun wohl auch bald noch weitere prominente Politiker zur Rechenschaft gezogen werden müssen – unter anderem unsere amtierende Bundeskanzlerin (bei der erschwerend noch dazukommt, dass sie der Bob Gel-Doof, seines Zeichens Ein-Mann-Rechnungshof der Republik, schwerwiegender Mängel im Haushalt überführt hat) und last but not least der Messias selbst, der nunmehr nicht nur in den USA selbst, sondern auch unter seinen treuesten Fans im aufgeklärt-postmodernen Europa in Ungnade gefallen ist. Da half nicht einmal mehr ein Rumpelstilzchen-Auftritt in den Hotelhallen… Den Rest des Beitrags lesen »

Il crocifisso resterà!

In Politik, Tagesgeschehen on November 7, 2009 at 1:12 am

Sie hatten damit gerechnet, auf dem Ticket des unter europäischen Linkseliten wie dereinst Tamagotchi oder Breakdance zum Modetrend avancierten Atheismus ein zweites Hoxha-Albanien errichten zu können.

Es könnte leicht sein, dass sie mehr abgebissen haben als sie kauen können. Italien erlebt eine Welle des zivilen Ungehorsams, wie die roten Roben in Straßburg sie nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen durchlebt haben dürften.

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kath.net berichtet:

„So ließ San Remos Bürgermeister Maurizio Zoccarato aus Protest ein zwei Meter hohes Kreuz vor dem Rathaus aufstellen. Zudem ordnete er in allen kommunalen Schulen Kontrollgänge an, um dort das Kruzifix aufzuhängen, wo etwa eines fehlen sollte. Auch die Gemeinde Sassuolo bei Modena und der Provinzrat von Trapani orderten laut einem Bericht der Tageszeitung «Avvenire» größere Kreuz-Kontingente. Noch schärfer reagierte Bürgermeister Riccardo Roman im norditalienischen Galzignano Terme: Von jetzt an wird dort in zweiwöchigem Abstand überprüft, ob in allen öffentlichen Gebäuden ein Kreuz hängt – wenn nicht, drohen 500 Euro Bußgeld.
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Vom Glaubensfund zum Glaubensschwund?

In Kultur und Zeitgeist, Religion on September 21, 2009 at 4:51 pm

Fragen, Gedanken und mögliche Antworten.

Es ist ein seltsames Phänomen, dass der christliche Glaube vorallem in den deutschsprachigen Ländern immer mehr versandet und verloren geht, aber dafür in so manchen glaubensfeindlichen Gegenden regelrecht aufblüht. Auch wenn dies nicht ausnahmslos so sein muss – in China scheint es jedoch der Fall zu sein, denn dort geschehen zur Zeit geradezu wundersame Bekehrungen. Und wie man den Berichten des katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ entnehmen kann, entwickelt sich dort das Christentum im Kleinen weiterhin positiv.

Machen wir uns doch nichts vor. Kein einziger Christ wurde im Deutschland der letzten zwei Jahrzehnte ob seines Glaubens zu einer Hinrichtung verurteilt. Vorallem Deutschland, Österreich und die Schweiz sind der Religion gegenüber ziemlich liberal eingestellt. Fast alle christlichen Feiertage wurden im öffentlichen Leben beibehalten – wovon nicht zuletzt eben auch arbeitende Atheisten und deren Familien profitieren. Wir haben weltweit immer noch das lockerste Versammlungsrecht und mit dem antichristlichen Gegenwind könnten wir es schon irgendwie aushalten.

Um auf den Punkt zu kommen: Warum verlieren wir trotzdem unseren Glauben, wenn es uns seit einiger Zeit politisch so leicht gemacht wird, ihn zu behalten? Sind es die bösen Medien, die Kommunisten, die Freimaurer, oder die Moslems, die uns daran hindern, den eigenen Glauben in allen Phasen des Lebens auszuleben? Sicher nicht – oder zumindest – noch nicht.

Ist es nicht so, dass wir Christen, und auch die Katholischen Ortskirchen, zum Großteil am massiven Glaubensverfall unserer Zeit selbst schuldig geworden sind? Oder wo wird heute noch furchtlos das Evangelium verkündet, und zwar mit allem drum und dran? Wie schaut es bei den Gläubigen aus, wenn sie deutliche Worte des Herrn hören und diese gar als „Drohbotschaft“ empfinden? Da läuft doch bei uns einiges schief, und das liegt nicht am Evangelium und auch nicht an dessen Übersetzung.

Es ist paradox, dass wir ohne äußerliche Zwänge wahrlich alles aus der Bibel verkünden dürfen und niemand wirft uns dafür in das Gefängnis oder lässt uns standesrechtlich erschießen. Es ist paradox, weil es für unseren Glauben keine rationale, politische oder materielle Hürden seitens der Regierung gibt, aber trotzdem dieser massive Glaubensabfall und diese große Zurückhaltung der getauften Menschen voranschreitet. Damit wird es dann mit der Zeit in der Tat immer schwieriger christliche Werte in die Politik einzubringen. Das muss uns schon klar sein.

Da also keine äußeren Zwänge und Umstände uns zu Glaubensmuffel oder gar zu Atheisten machen, muss man nach der Antwort auf die Frage der Ursache tiefer graben. Die Frage muss an unser Inneres gerichtet werden.

Haben wir einfach nur vom Mainstream Angst?
Sicher, es gibt heute durchaus Schwierigkeiten für die Glaubensverkündigung; man versucht auch allenthalben unsere Rechte einzuschränken – was dennoch bisweilen verblüffend selten funktioniert hat. Aber kann man vor so etwas wie den Mainstream in einer pluralistischen Gesellschaft eine größere Angst haben, als vor totalitären Regierungen, die das Christentum verfolgen und vernichten möchten? Sind wir glaubensmüde, lebensmüde geworden, oder warum kokettieren wir mit dem Zeitgeist, der uns überhaupt nichts zu geben vermag? Warum werfen wir im störrischen und stolzen Ungehorsam gegenüber der Kirche unsere Perlen vor die Säue? Warum stellen wir unser Licht des Glaubens unter den Scheffel, so dass es unbemerkt ob des Sauerstoffmangels langsam dahinschmachtet?

Wir Christen finden doch in der Katholischen Kirche einen sagenhaften Reichtum vor. Nicht nur die Gnaden der Sakramente, die Gott uns besonders durch die Mutter Kirche vermittelt, sondern auch die Tradition und die Kultur. Die Lebensart, die Philosophie, die Seelsorge, das Gebet, die Weisheit. Wozu benötigen wir Qi Gong und andere fernöstliche Meditationen in christlichen Bildungshäusern? Hier könnten wir als Christen doch wirklich einmal selbstbewusst gegen den Strom schwimmen und sagen: „Nein danke, ich brauche das nicht. Nein danke, ich bin überaus reich mit meiner Spiritualität beschenkt“.
Und warum tun wir das nicht? Warum möchten wir beinahe auf Teufel komm raus im grauen Einheitsbrei untergehen?

Ja, wir sind lau geworden und haben uns dem Zeitgeist unterworfen. Wir sind vielleicht auch teilweise zu „Wohlstandschristen“ mutiert, die gleichsam, wie der Bauer in seiner überreichen Ernte, auf die Lorbeeren sitzen bleiben. Nun bemerken wir, dass diese Lorbeeren unter uns anfangen zu verfaulen. Anders ausgedrückt: Wir wurden von Gott reich mit Talenten beschenkt – ganz unverdient – aber wir haben nicht damit gewuchert, sondern die Talente dort vergraben, wo Wurm und Getier daran nagen. Das sind unsere verfaulten Lorbeeren, das sind unsere Perlen und das ist unser Licht. Wer diese Talente bekommen hat und damit für das Himmelreich arbeitet und Frucht bringt, dem wird noch vieles mehr dazu gegeben (Gnade, Umkehr, Versöhnung). Wer dies alles nicht tut, dem wird auch das genommen werden, was er noch hat (Hoffnung).

Es hört sich vielleicht unbequem an, aber wir dürfen keine Duckmäuschen sein! Wir dürfen uns nicht verstecken! Das sind wir nicht einmal uns selbst, sondern vorallem unseren Nächsten schuldig. Oder sollen wir nicht das Salz der Erde sein? Sollen wir nicht Sauerteig für die Welt sein?
Das geht aber nur, wenn wir wissen, dass wir in der Welt, aber nicht von der Welt sind. Was wiederum bedeutet, dass wir uns nicht von der Welt abkapseln sollen, aber wir dürfen uns schon gleich zweimal nicht mit ihr gleich machen. Nicht von der Welt zu sein, kann für uns bedeuten, dass wir Dinge anders regeln und mit Problemen und Leid anders umgehen, als die Welt es kennt. Es kann bedeuten, dass wir uns einem Gott anvertrauen, bei dem das Unmögliche möglich ist – und daran müssen wir glauben!

Gerade wir Europäer sind besonders mit dem Christentum gesegnet worden. Gott gab unseren heidnischen Vorfahren, durch die Mitwirkung der Apostel und Martyrer, die Chance auf Erlösung und die Möglichkeit sich zu heiligen. Gott gibt und gab allen Menschen diese Chance, aber man sieht deutlich, wie sehr Europa damals und bis vor kurzem noch durch das Leben des Evangeliums und der Gottesgebote ganz außergewöhnlich profitierte. Nicht allein durch materielle Güter, denn mehr durch geistige und spirituelle Kultur. Das christliche Abendland – ein von Gott so reich beschenktes Fleckchen Erde – und nun scheint dieses Geschenk im Staub zu liegen. Oder vergeht die christliche Ära genauso, wie es in Nordafrika der Fall war?

Erinnern wir uns daran, dass Gott diesem Kontinent viel gegeben hat und das es an uns ist, viel daraus zu machen und den Menschen diesen viel gebenden, viel liebenden und gerechten Gott näher bringen!

Erinnern wir uns daran, dass zum Gebet auch die Tat hinzukommen muss. Wir brauchen das Gebet so dringend!

Erinnern wir uns an die Heiligen und Martyrer, die unser Europa so reich und groß an Glauben gemacht haben, dass wir heute noch von diesen Früchten im Überfluss haben.

Erinnern wir uns daran, dass wir diese Früchte nicht verfaulen lassen, sondern den Baum hegen und pflegen, damit er weiterhin und noch viel mehr Früchte hervorbringen kann.

Er-Innern wir uns! Lassen wir Jesus Christus in uns wohnen, den Heiligen Geist in uns wirken und werden wir wieder mutig.

Das sind die ersten Schritte zur Neuevangelisierung. Ich denke, diese Schritte müssen wir wagen!