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Posts Tagged ‘Doublethink’

„Welt“: Exzellenter Beitrag über „Islamkritik“

In Gesellschaft, Politik on Januar 19, 2010 at 10:30 pm

Ich habe mich an anderer Stelle schon lang und breit über die „Welt“ ausgelassen, zu der mir seit einiger Zeit eher ein zunehmend linksliberaler Kurs, vermehrter Schmuddelkram auf dem Webportal, peinliche Anti-„Twilight“-Rezensionen und die unsäglichen Beiträge von Alan Posener und Konsorten eingefallen wären.

Heute hat sie aber unter der Überschrift „Islamkritik als Schlachtgesang der Gehässigen“ einen Beitrag gebracht, der für viele Schnitzer der letzten Monate und Jahre entschädigt und den ich dem geneigten Leser hier nicht vorenthalten möchte:

„[…] Weil sie aber glauben, weit mehr als nur ein Körnchen erfasst zu haben, bleibt leider nur ein Urteil über sie zu fällen: Ihr Weltbild taugt zum ideologischen Fundament für Massendeportationen, religiösen Reinigungswahn und unendliches Leid. Aus diesem Grund verdienen sie auch Aufmerksamkeit. Weil wir nicht zulassen dürfen, dass der partiell verständliche Unmut angesichts der Zuwanderung aus muslimischen Ländern in fanatische Kanäle gelenkt wird. […] „

Zum kompletten Artikel hier lang…

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„Inverse Gutmenschen“ – Stunk unter „Islamkritikern“

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 8, 2009 at 1:16 am

 Es war der größte Triumph seit Bestehen dieses Modetrends: Die „Anti-Islam-Bewegung“, wie sie das rechtskonservative Schweizer Nachrichtenportal „winkelried“ nennt, hatte erstmals in Europa bei einer Abstimmung eine absolute Mehrheit für ein Anliegen verzeichnen können.

Waren es bislang allenfalls Achtungserfolge politischer Parteien gewesen, die antiislamische Agitation in den Vordergrund ihrer politischen Aktivitäten gestellt hatten, waren die 57% für die Initiative zum Minarettverbot in der Schweiz ein Ergebnis, das zweifellos eine neue Dimension im Zuspruch zu Anliegen dieser Art darstellte. Das Ergebnis fand weit über die Grenzen der Schweiz hinaus Beachtung.

Während das Minarettverbot in vielen mehrheitlich islamischen Staaten wie der Türkei Unverständnis und Misstrauen auslöste, war der Jubel unter rechtspopulistischen, rechtskonservativen und rechtsextremistischen politischen Parteien und Bewegungen sowie in der „islamkritischen“ Blogosphäre am Lautesten.

Dabei vergaßen teilweise auch Personen im Taumel der Schadenfreude für einen Moment ihre Kinderstube, die im Moment der Verkündung des Abstimmungsergebnisses erlebt haben mussten, wie jahrzehntelange äußerliche Anpassung und Selbstdomestizierung im Rahmen des politisch korrekten Diskurses hinweggeschwemmt wurden wie Blütenstaub durch den Sommerregen.

So hetzt etwa der geschäftsführende Gesellschafter einer österreichischen Internetmarketingfirma in einem Ton gegen die zweitgrößte Weltreligion, der sich von Leitartikeln der „Deutschen Stimme“ nicht mehr in einer wirklich wesentlichen Art und Weise unterscheidet.

Bild: Aufgeklärte Humanisten im Einsatz für die Verteidigung westlicher Errungenschaften

Auch so manche permanent mit dem Vergessenwerden kämpfende C-Promis wie „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer stiegen erhobenen Hauptes aus der Gruft, um den verdutzten Muslimas zu erklären, dass sie und ihre Gesinnungsgenossinnen deren wahre Bedürfnisse besser kennen als diese selbst – sekundiert von rechtsradikalen Hassblogs, die Schwarzers Angelegenheit zu ihrer eigenen machen und im Hijab das „islamische Hakenkreuz“ zu erblicken meinen. Ob ein NS-Vergleich eine Verharmlosung oder den Ausdruck eines besonders kritischen Bewusstseins darstellt, entscheidet dabei wieder einmal die subjektive Willkür dessen, der sich eines solchen bedient. Solange Ralph Giordano, sozusagen die Claudia Roth unter den Antiislamisten, keinen Einspruch geltend macht, scheint diesbezüglich jedenfalls kaum Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein.

„Was der Musel denkt, ist einerlei…“

„Islamkritik“ zeichnet sich dadurch aus, dass sie kein nachvollziehbares Ziel kennt, ausschließlich von wechselseitiger Selbstbestätigung der Akteure untereinander lebt und jeden ernsthaften und unvoreingenommen Dialog als „Dialüg“ ablehnt, zumal man den Andersdenkenden, sollte er die eigene vorgefasste Meinung nicht bestätigen können, immer noch der „Taqqiya“ zeihen und damit wieder an den gewünschten Pranger stellen kann. Egal, welche Position Muslime einnehmen: Aus Sicht der „Islamkritiker“ ist sie immer Beweis für die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung und für die abgrundtiefe Bösartigkeit ihrer Gegner. Den Rest des Beitrags lesen »

Nicht mit einem Etikett versehen… UPDATED …

In Gesellschaft, Religion, Tagesgeschehen on November 22, 2009 at 8:38 pm

Sie können ja sogar freundlich sein, die Neo-Hoxhaisten. Zumindest solange sie ihre Bauernfängerei an den Ankündigungsflächen öffentlicher Verkehrsmittel anbringen. Es stinkt ihnen offenbar gewaltig, dass das Recht von Eltern, darüber zu wachen, mit welchen Wertvorstellungen ihre Kinder aufwachsen und sie mit ihren religiösen Überzeugungen vertraut zu machen, bei allen Aushöhlungen noch immer nicht im Stile eines mittelalterlichen KP-Staates gänzlich aufgehoben wurde. Wie bereits in der entsprechenden Doublethink-Lektion kürzlich deutlich gemacht darf „elterliches Erziehungsrecht“ nur dann respektiert werden, wenn gewährleistet ist, dass dieses in einer verantwortungsvollen Art und Weise gehandhabt wird (zB wie bei der Genossin Solie Lautsie). Und was „verantwortungsvoll“ ist, hat die Partei zu entscheiden, denn die Partei hat immer Recht! Den Rest des Beitrags lesen »

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion III: Religionsfreiheit und Elterliches Erziehungsrecht

In Doublethink Volkshochschule, Gesellschaft, Politik, Recht, Religion, Tagesgeschehen on November 3, 2009 at 11:40 pm

Zur heutigen, aus aktuellem Anlass eingeschobenen neuen Lektion im „Doublethink“ ist es mir eine Ehre, den Blogger „jahresendfluegelpuppe“ vom „autorinnenkollektiv dr. hilde benjamin“ als Gastdozent präsentieren zu dürfen. Er nimmt das heutige Urteil des EGMR über das Anbringen christlicher Symbole in italienischen Schulen zum Anlass, seine Winkelemente auszupacken, eine Flasche Rotkäppchensekt zu öffnen und uns deutlich zu machen, warum Religionsfreiheit nicht gleich Religionsfreiheit und Elternrecht nicht gleich Elternrecht ist:

[…] diese tragende säule des doublethink haben die straßburger richterinnen völlig richtig erkannt und angewendet. denn es zeigt die genialität und die treffsicherheit der fürsorglichkeit eines der sozialistischen perspektive des revolutionären weltproletariats verpflichteten humanistischen bildungswesens, entscheidungsfreiheiten der bürger dort zuzulassen, wo sie dem aufbau einer menschengerechten gesellschaft dienlich sind, gleichzeitig aber in einem akt prophylaktischer weitsicht eltern dort die entscheidungen abzunehmen, wo diese wegen ihres falschen bewusstseins oder ihrer verfangenheit in unwissenschaftlichem aberglauben gefahr laufen, falsche entscheidungen zu treffen. […]

Mehr zu allem hier: http://bluthilde.wordpress.com/2009/11/03/egmr-im-geiste-hoxhas-dschugaschwilis-und-dr-hilde-benjamins/

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion II: NS-Vergleiche

In Doublethink Volkshochschule, Politik, Tagesgeschehen on November 2, 2009 at 8:45 am

Was jeder, der zu den Guten gehören möchte, von vornherein wissen muss, ist, dass der „Nationalsozialismus“ eigentlich „Faschismus“ genannt zu werden hat. Sozialismus war er nämlich keiner, denn der Sozialismus ist die höchste und vollendetste Stufe des Humanismus und möchte nur das Gute für alle Menschen und ihre Befreiung von Ausbeutung durch den Menschen und allem Übel, das wo es überhaupt gibt und überhaupt. Hinter dem Faschismus hingegen stehen die am meisten reaktionären und imperialistischen Elemente des internationalen Finanzkapitals und deshalb kann man das nie vergleichen. Deshalb sind auch die weltweit 100 + x Millionen Menschen Reaktionäre, Saboteure und Hooligans, die um dem Sozialismus zum Durchbruch zu verhelfen neutralisiert werden mussten, bestimmt auch leichter gestorben als die 65 + x Millionen Menschen, die dem Faschismus oder NS anzulasten sind.

Dennoch hat sich die Bezeichnung „Nationalsozialismus“ noch weiter in den Köpfen gehalten, weshalb es besonders wichtig ist, das zu ändern und vor allem das Bild der unwissenden Normalbürger zurechtzurücken. Insbesondere im Zusammenhang mit Bezugnahmen und Vergleichen mit dem NS. Da ist nämlich klar zu unterscheiden, ob ein solcher bzw. derjenige, der ihn bringt, ein fortschrittliches oder ein reaktionäres Anliegen verfolgt. Den Rest des Beitrags lesen »

Doublethink-Volkshochschule Herbstsemester 2009/10 – Lektion I: Personenkult

In Doublethink Volkshochschule, Politik, Tagesgeschehen on Oktober 10, 2009 at 11:10 am

Das Problem extrem einseitiger, linkslastiger Medien dürfte kein spezifisch deutsches Phänomen sein – auffällig ist allenfalls, dass hier zu Lande die Niveauskala einzelner Darstellungen nach unten offen ist und sich in kaum einem Bereich die Strategie der 68er, jegliche Moral- und Anstandsvorstellung zu zersetzen, so spürbar durchgesetzt hat wie dort.

Vor einem Jahr starb der österreichische Rechtspopulist und Kärntner Ministerpräsident (Landeshauptmann) Dr. Jörg Haider. Zeitlebens verstand er es auf seine Weise Menschen zu begeistern, aber auch zu polarisieren. Sein politischer Weg war facettenreich und viele Veränderungen, die seine Politik und die der lange von ihm geleiteten FPÖ geprägt hatten, waren nicht immer für jedermann nachvollziehbar.

Auch wies sie zweifellos Härten auf, die viele Menschen befremdeten und Haiders Stil hatte auch etwas an sich, was nicht in jedem Land verstanden wurde. Für unzählige Menschen in Österreich und insbesondere in dessen südlichstem Bundesland war sein Tod jedoch ein Schock und über Parteigrenzen hinweg trauerte ein Land um einen talentierten, charismatischen und markanten Politiker.

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Zweifellos mag es dabei einige Formen, der eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen, gegeben haben, die befremden und zum Teil an politisch motivierte Leichenfledderei grenzen, nicht zuletzt auch Verschwörungstheorien, wonach sein Tod kein Unfall gewesen wäre.

Noch heute wird die Erinnerung an Haider gepflegt – für nicht wenige Medien gerade in Deutschland Grund genug, mit überheblichem Unterton und unter Ausbreitung unappetitlicher Gerüchte über Haiders Privatleben das Gedenken zu begleiten. Von „Haider-Kitsch“ ist ebenso die Rede wie von „Enthüllungen“ seines „Ex-Geliebten“ und der politischen Ausrichtung seines Vaters. Merke: Die Forderung nach Sippenhaftung oder sich an Spekulationen aus dem Homo-Milieu zu begeilen, ist also dann auf jeden Fall dann ok, wenn der, um den es geht, Haider heißt. Komisch, wo man doch seit Jahren allenthalben darüber belehrt wird, dass Homosexualität ja etwas völlig Normales wäre…

Aber deutsche Medien sind eben – bedingt dadurch, dass sie noch aufgeklärter sind als alle ohnehin aufgeklärten Medien anderer Industrienationen – allen anderen auch hier um eine Nasenlänge voraus. Sie haben völlig Recht, wenn sie irrationalen, byzantinistischen Personenkult ohne reale Substanz kritisch begleiten und hinterfragen. 

b-bo-12-disciples-peoples-cube(c) The Peoples Cube 2009

So wie das ja auch zu bemerken war, als der Messias der amtierende US-Präsident Barack Obama gestern mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, für den er bereits 10 Tage nach seinem Amtsantritt nominiert worden war. Und das wurde ja kritisch aufgenommen, oder?