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Posts Tagged ‘Islamophobie’

Asyl für Homeschooling-Eltern

In Gesellschaft, Recht, Tagesgeschehen on Januar 27, 2010 at 10:56 pm

Sie haben es geschafft: Wie die Home School Legal Defense Association (HSLDA) mitteilt, hat das zuständige Gericht in Memphis, Tennessee, dem Asylantrag der aus Bissingen stammenden, 7-köpfigen Familie des Musiklehrers Uwe Tomeike und seiner Frau Hannelore, stattgegeben. Die Romeikes waren aus Deutschland in die USA geflüchtet, nachdem sie infolge ihrer Absicht, die Kinder entgegen den landesgesetzlichen Bestimmungen über die Schulpflicht zu Hause zu unterrichten, in Deutschland strafrechtliche Verfolgung und die behördliche Entfernung der Kinder aus ihrem Familienverband befürchtet hatten.

Familie Romeike ist nicht die einzige „Homeschooling“-Familie in Deutschland. Während einige Schulbehörden sich um gütliche Einigungen mit Eltern bemühen, die aus religiösen Gründen Vorbehalte gegen das staatliche Schulsystem in Deutschland haben, verfolgen andere Schulverweigerer mit Geld- und Haftstrafen oder dem Entzug des Erziehungsrechts. Über ähnlich hartes Vorgehen gegenüber Schülern und deren Eltern, die nicht aus religiösen Gründen unentschuldigt der Schule fernbleiben, sondern stattdessen im Einkaufszentrum abhängen, ist übrigens nichts bekannt. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Welt“: Exzellenter Beitrag über „Islamkritik“

In Gesellschaft, Politik on Januar 19, 2010 at 10:30 pm

Ich habe mich an anderer Stelle schon lang und breit über die „Welt“ ausgelassen, zu der mir seit einiger Zeit eher ein zunehmend linksliberaler Kurs, vermehrter Schmuddelkram auf dem Webportal, peinliche Anti-„Twilight“-Rezensionen und die unsäglichen Beiträge von Alan Posener und Konsorten eingefallen wären.

Heute hat sie aber unter der Überschrift „Islamkritik als Schlachtgesang der Gehässigen“ einen Beitrag gebracht, der für viele Schnitzer der letzten Monate und Jahre entschädigt und den ich dem geneigten Leser hier nicht vorenthalten möchte:

„[…] Weil sie aber glauben, weit mehr als nur ein Körnchen erfasst zu haben, bleibt leider nur ein Urteil über sie zu fällen: Ihr Weltbild taugt zum ideologischen Fundament für Massendeportationen, religiösen Reinigungswahn und unendliches Leid. Aus diesem Grund verdienen sie auch Aufmerksamkeit. Weil wir nicht zulassen dürfen, dass der partiell verständliche Unmut angesichts der Zuwanderung aus muslimischen Ländern in fanatische Kanäle gelenkt wird. […] „

Zum kompletten Artikel hier lang…

Die Weisen von Mekka

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 26, 2009 at 7:22 pm

Kurze Unterbrechung meiner Kreativpause… aber das muss einfach sein. Einerseits sollte man gewissen Kreisen und ihren Äußerungen nicht dadurch unnötig Publicity verschaffen, dass man sie zum Gegenstand der Berichterstattung macht. Andererseits lassen sich bei jeder sektenartigen Struktur, die sich in ihrer Parallelwelt mit eigener Sprache, eigenen Wertmaßstäben und eigener Wahrnehmung eingerichtet hat – seien es 9/11-Truther, Rechtsnationalisten, militante Atheisten, Antisemiten, „Islamkritiker“, Endzeitwarner oder sonstige Verschwörungstheoretiker – bestimmte Mechanismen beobachten, die deutlich machen, wie in solchen Zusammenhängen gearbeitet wird und wie ihre Propaganda funktioniert.

Durch welche trüben Kanäle innerhalb der „islamkritischen“ Internetsekte die Säue durchs Dorf getrieben werden, lässt sich beispielsweise anhand der neuesten Räuberpistole erkennen, die es aus dem Kotzkübel über PI in die „Gegenstimme“ geschafft hat, die sich ja gerne – allerdings bar jeder Realität – als die „gesittete“ Variante des islamophoben Spektrums darstellt. Den Rest des Beitrags lesen »

Rot-braune Klimapolitik als Antwort auf Kopenhagen?

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 19, 2009 at 10:36 pm

Vielleicht sollte ich satirische Beiträge hier künftig besser kennzeichnen oder gleich ins bluthilde-Blog verlagern. Aber selbst das würde nichts nützen, weil es genügend Leute gibt, die nicht mal dieses und die Texte dort als Parodie durchschauen.

So werde ich nun damit leben müssen, dass es möglicherweise bald eng auf den Anklagebänken in Den Haag werden wird und auch auf die nationalen Strafgerichte könnte in nächster Zeit viel Arbeit zukommen könnte – und satirisch gemeinte Beiträge hier auf CC noch Mitschuld daran tragen.

Nicht genug, dass Beiträge auf diesem Blog die linksextreme österreichische Partei „Die Grünen“ zu Gesetzesentwürfen inspirieren. Nicht genug, dass sich bereits seit längerem George W. Bush, der Papst und die israelische Regierung ob ihrer Verfehlungen auf die irdische Gerechtigkeit im niederländischen Bürokratenkaff einstellen müssen.

Nicht einmal genug, dass ein steinzeitkommunistisches Nachrichtenportal eine große Verschwörung der internationalen Finanzmonopole und ihrer Lakaien in Politik und Medien zur Zerstörung des Planeten durch Erderwärmung aufgedeckt hat und nunmehr Forderungen unterstützt, den Verantwortlichen wegen „Verbrechen gegen die Menschheit und die Natur“ den Prozess zu machen.

Wie es aussieht, werden nun wohl auch bald noch weitere prominente Politiker zur Rechenschaft gezogen werden müssen – unter anderem unsere amtierende Bundeskanzlerin (bei der erschwerend noch dazukommt, dass sie der Bob Gel-Doof, seines Zeichens Ein-Mann-Rechnungshof der Republik, schwerwiegender Mängel im Haushalt überführt hat) und last but not least der Messias selbst, der nunmehr nicht nur in den USA selbst, sondern auch unter seinen treuesten Fans im aufgeklärt-postmodernen Europa in Ungnade gefallen ist. Da half nicht einmal mehr ein Rumpelstilzchen-Auftritt in den Hotelhallen… Den Rest des Beitrags lesen »

„Inverse Gutmenschen“ – Stunk unter „Islamkritikern“

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 8, 2009 at 1:16 am

 Es war der größte Triumph seit Bestehen dieses Modetrends: Die „Anti-Islam-Bewegung“, wie sie das rechtskonservative Schweizer Nachrichtenportal „winkelried“ nennt, hatte erstmals in Europa bei einer Abstimmung eine absolute Mehrheit für ein Anliegen verzeichnen können.

Waren es bislang allenfalls Achtungserfolge politischer Parteien gewesen, die antiislamische Agitation in den Vordergrund ihrer politischen Aktivitäten gestellt hatten, waren die 57% für die Initiative zum Minarettverbot in der Schweiz ein Ergebnis, das zweifellos eine neue Dimension im Zuspruch zu Anliegen dieser Art darstellte. Das Ergebnis fand weit über die Grenzen der Schweiz hinaus Beachtung.

Während das Minarettverbot in vielen mehrheitlich islamischen Staaten wie der Türkei Unverständnis und Misstrauen auslöste, war der Jubel unter rechtspopulistischen, rechtskonservativen und rechtsextremistischen politischen Parteien und Bewegungen sowie in der „islamkritischen“ Blogosphäre am Lautesten.

Dabei vergaßen teilweise auch Personen im Taumel der Schadenfreude für einen Moment ihre Kinderstube, die im Moment der Verkündung des Abstimmungsergebnisses erlebt haben mussten, wie jahrzehntelange äußerliche Anpassung und Selbstdomestizierung im Rahmen des politisch korrekten Diskurses hinweggeschwemmt wurden wie Blütenstaub durch den Sommerregen.

So hetzt etwa der geschäftsführende Gesellschafter einer österreichischen Internetmarketingfirma in einem Ton gegen die zweitgrößte Weltreligion, der sich von Leitartikeln der „Deutschen Stimme“ nicht mehr in einer wirklich wesentlichen Art und Weise unterscheidet.

Bild: Aufgeklärte Humanisten im Einsatz für die Verteidigung westlicher Errungenschaften

Auch so manche permanent mit dem Vergessenwerden kämpfende C-Promis wie „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer stiegen erhobenen Hauptes aus der Gruft, um den verdutzten Muslimas zu erklären, dass sie und ihre Gesinnungsgenossinnen deren wahre Bedürfnisse besser kennen als diese selbst – sekundiert von rechtsradikalen Hassblogs, die Schwarzers Angelegenheit zu ihrer eigenen machen und im Hijab das „islamische Hakenkreuz“ zu erblicken meinen. Ob ein NS-Vergleich eine Verharmlosung oder den Ausdruck eines besonders kritischen Bewusstseins darstellt, entscheidet dabei wieder einmal die subjektive Willkür dessen, der sich eines solchen bedient. Solange Ralph Giordano, sozusagen die Claudia Roth unter den Antiislamisten, keinen Einspruch geltend macht, scheint diesbezüglich jedenfalls kaum Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein.

„Was der Musel denkt, ist einerlei…“

„Islamkritik“ zeichnet sich dadurch aus, dass sie kein nachvollziehbares Ziel kennt, ausschließlich von wechselseitiger Selbstbestätigung der Akteure untereinander lebt und jeden ernsthaften und unvoreingenommen Dialog als „Dialüg“ ablehnt, zumal man den Andersdenkenden, sollte er die eigene vorgefasste Meinung nicht bestätigen können, immer noch der „Taqqiya“ zeihen und damit wieder an den gewünschten Pranger stellen kann. Egal, welche Position Muslime einnehmen: Aus Sicht der „Islamkritiker“ ist sie immer Beweis für die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung und für die abgrundtiefe Bösartigkeit ihrer Gegner. Den Rest des Beitrags lesen »

Minarettverbot: Brillanter BILD-Kommentar

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Tagesgeschehen on Dezember 4, 2009 at 9:11 am

Dass ich die BILD-Zeitung lobe, kommt reichlich selten vor. Umso mehr sollte aber gewürdigt werden, wenn in dem Massenblatt Kommentare wie dieser hier erscheinen:

„Liebe Minarette,

ich fühle mich nicht von Euch bedroht. Bedroht fühle ich mich von unseren leeren, einsamen, christlichen Kirchen, von Klassenzimmern ohne Kreuze, Religionsunterricht als Hobby. Grotesk, dass das Bundesverfassungsgericht entscheiden musste, dass der Sonntag der „Arbeitsruhe und seelischer Erhebung“ gehört.

Minarett-Verbot: Wie viel Kirchturm erlaubt Allah?

Die Moscheen sind voll, unsere Kirchen sind leer. Unser Gott ist die Toleranz, die Diskussion, die Konferenz, die Konfliktforschung.

Wie wäre es, wenn wir wieder beten: „Vater unser, der du bist im Himmel.“ Ich habe Angst, dass unsere Kirchen Ruinen werden, unsere Pfarrer arbeitslos und die Bibel bei Ebay verramscht wird. Ich habe keine Angst vor Minaretten, ich habe Angst, dass unser Gott in Deutschland ein Fremder wird. Wir gehen nicht mehr in die Kirche, nur noch selten spricht eine Mutter ein Nachtgebet, Kinder kriegen auch kein Frühstück. Meine Mutter zeichnete mir vor dem Einschlafen das Kreuz-Zeichen auf die Stirn. Macht das heute noch eine Mutter?

Gott fehlt uns, unser Gott.

Herzlichst

Ihr F. J. Wagner“

Wie war das noch mal mit dem blinden Huhn? 🙂 Aber immerhin hat sich die BILD bisher noch nicht in die Phalanx der „islamkritischen“ Scharfmacher eingereiht, die jetzt Morgenluft wittert. Es ist zu hoffen, dass die Erinnerung an die ungesunden Nebenwirkungen der „judenkritischen“ Bewegung, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland den Zeitgeist prägte, immer noch stärker ist als die Angst vor einem drohenden Ende des Alkoholausschanks am Ballermann, dem Verbot von Bauchfreitops oder einer Zwangsernährung mit Halal-Bratwürsten. Ganz zu schweigen darüber, dass in den Schulen künftig statt der Pausenglocke der Adhan ertönen wird!

Mit der Selbstgewissheit einer Kultur, die sich durch ein Stück Stoff in ihren Grundfesten bedroht sieht, kann es ja nicht weit her sein.

PS: Übrigens wissen wir jetzt auch, dass die „Topmodel“-Show ein Akt des islamkritischen Protests ist (und jeder Bulimie-Teenie eine Widerstandskämpferin gegen den islamischen Eroberungsdrang) und dass sich Frauen in unseren Breiten nicht nur ausziehen und abmagern, um auf den Hunger in der Welt und darauf hinzuweisen, dass viele Menschen kein Geld für anständige Bekleidung haben, sondern auch darauf, dass Tiere frieren müssen und nach Burqas und Bulgur schreien.

MdEP Martin Kastler spricht Tacheles

In Politik, Tagesgeschehen on Dezember 2, 2009 at 8:17 am

Das renommierte katholische Nachrichtenportal kath.net hat kürzlich den über die Liste der CSU ins Europaparlament gewählten MdEP der EVP, Martin Kastler, interviewt.

Er gehört dem fränkischen Bezirksverband unter Dr. Markus Söder an und ist bisher durch eine deutliche konservative Ausrichtung aufgefallen.

Martin Kastler im O-Ton:

Kath.net: Seit September hat das neu gewählte Europäische Parlament seine Arbeit aufgenommen. Was sind die aktuellen Herausforderungen?

Kastler: Das Europaparlament hat durch den Lissabon-Vertrag mehr Mitspracherecht erhalten. Es muss jetzt beweisen, dass es in der Lage ist, verantwortlich mit diesem Kompetenzgewinn umzugehen und nicht in blinden Aktionismus zu verfallen. Zwar ist das Europäische Parlament das einzige direkt von den Menschen gewählte Organ der Europäischen Union, eine Wahlbeteiligung von EU-weit nur noch 43,1 Prozent ist jedoch ein Alarmzeichen. Als EU-Parlament müssen wir den Menschen künftig besser vermitteln, warum unsere Arbeit für sie wichtig ist. Wir dürfen als Abgeordnete nicht selbstgefällig unseren Kompetenzgewinn feiern und andererseits riskieren, dass unsere demokratische Legitimation durch eine immer geringe Wahlbeteiligung sinkt. In Deutschland wäre ein erster Schritt zu mehr Transparenz eine Reform des Wahlrechts. Wir sollten unsere Europaabgeordneten wie auch bei der Bundestagswahl in Wahlkreisen statt über eine Landesliste wählen können.

Kath.net: Wo stehen christliche Positionen derzeit besonders in der Diskussion?

Kastler: Die Diskussion um „klassische“ Wertethemen wie Familienpolitik oder Bioethik wird im ersten Halbjahr 2010 unter spanischer Ratspräsidentschaft erheblich an Schärfe gewinnen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero macht seit 2004 vor, wie eine linksideologische Gesellschaftspolitik aussieht. Es ist zu befürchten, dass er seine Ratspräsidentschaft nutzen möchte, um einige Elemente hiervon auf die Gesamt-EU zu übertragen. Die geplanten Aktivitäten verheißen nichts Gutes. So stehen die angebliche „Geschlechtergleichheit“ und die sogenannte „Antidiskriminierung“ ganz oben auf seiner Prioritätenliste. Es soll eine neue Antidiskriminierungsrichtlinie auf den Weg gebracht werden und mehrere Großkonferenzen zu den Themen „Frauen“ und „Gleichheit“ veranstaltet werden. Hinter diesen Schlagworten verbergen sich auch ideologische Forderungen nach freier Abtreibung und Homosexuellen-Verheiratung. Wenn man sich diesen Ansätzen als Christ und als Konservativer widersetzt, kann man schnell ins Kreuzfeuer geraten. Im Übrigen fällt auf, dass unter den Stichworten „Antidiskriminierung“ und „Geschlechtergleichheit“ fast nur über Frauen gesprochen wird. Wir brauchen aber auch Strategien in der Männer- und Jungenpolitik. Das ist ein Thema, dem ich mich künftig verstärkt annehmen möchte.

Kath.net: Stichwort Kreuz-Urteil: Viele ärgern sich, doch kann man noch etwas tun?

Kastler: Da sprechen Sie etwas an, was mir sehr am Herzen liegt. Ich habe das Straßburger Urteil als „Schande für Europa“ bezeichnet. Schande deshalb, weil es unsere Wurzeln und unsere Identität verleugnet. Und diese Identität baut nun einmal auf dem christlichen Wert- und Menschenbild auf. Zur Religionsfreiheit gehört auch das Recht, seinen Glauben öffentlich auszuüben. Wenn wir dies verneinen, ist dies ein Schlag ins Gesicht derer, die in anderen Ländern unter Einsatz ihres Lebens für Religionsfreiheit kämpfen. Trotzdem hilft alles lamentieren wenig. Christen und alle Menschen, denen die Religionsfreiheit wichtig ist, müssen jetzt zusammenstehen und eine Revision dieses Urteils fordern.

Das komplette Interview gibt`s hier

PS: Noch ein Wort zum Minarett-Referendum in der Schweiz: Die Schweiz ist mit ihrer direkten Demokratie ein Vorbild für andere Länder. Das Ergebnis ist selbstverständlich zu respektieren. Selbstverständlich sind auch nicht alle Schweizer, die für das Minarettverbot gestimmt haben, Links- oder Rechtsextreme, Atheisten oder islamophob. Viele wollten auch einfach ihrer Angst vor Identitätsverlust oder ihrem Protest gegen Teile der politischen Klasse Ausdruck verleihen, vor allem gegen linke Gutmenschen, die versuchen, den Islam als Rammbock gegen christliche Restbestände in Europa zu benutzen. Inhaltlich halte ich das Votum dennoch für falsch und für eine vertane Chance. Ich kann die Kritik der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinden an der Initiative nachvollziehen.

Profitieren könnten von diesem Votum in ganz Europa Kräfte, die ein gebrochenes Verhältnis zur Religionsfreiheit haben. Entsprechende Kommentare auf diversen Webseiten und Blogs machen deutlich, dass die auf der Welle des Modetrends „Atheismus“ mitschwimmende „Anti-Islam-Bewegung“, obwohl sie bei Bedarf gerne versucht, angesichts zweifellos deutlich zu verurteilender Verfolgungen von Christen in mehrheitlich islamischen Ländern Christen zu vereinnahmen, mit diesen nichts am Hut hat. Um dem Islam zu schaden, würde man die Christen jederzeit über die Klinge springen lassen und – ganz im Sinne des Neo-Hoxhaismus – auch von Angehörigen anderer Religionen als des Islam verlangen, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu verstecken. Christen wären als Dhimmis eines Staatsatheismus nach Vorbild Hoxha-Albaniens, der „DDR“ oder Nordkoreas nur noch geduldet, solange sie im Kampf gegen den Islam nützen. Der Satz „Heute die, morgen Du“ sollte unter jenen Christen nicht in Vergessenheit geraten, die klammheimliche Freude darüber empfinden, dass der angeblichen „Islamisierung“ Europas entgegengetreten wurde.

MdEP Bernd Posselt brachte es auf den Punkt: „Wer heute Minarette verbietet, wird morgen Kirchtürme schleifen und Kreuze abhängen.“

14-Jährige Ausreißerin will zum Islam konvertieren

In Gesellschaft, Religion, Tagesgeschehen on November 1, 2009 at 5:30 pm

Nein, das ist kein PI-Watchblog geworden. Nein, ich bin auch nicht konvertiert. Aber dass das Thema „Islam“ auch hier auf dem Blog immer breiteren Raum einnimmt, ist symptomatisch dafür, dass dieses derzeit nicht nur im konservativen Spektrum (welches CC ansprechen soll) für Gesprächsstoff sorgt wie kaum ein anderes.

Und manchmal – wobei ich das in wesentlich anderem Sinne meine als PI – eignen sich Zeitungsartikel über Alltagssituationen oder ganz normale Schlagzeilen durchaus, um Nachdenklichkeit zu erzeugen, die nötig ist, um diesem Thema gerecht zu werden.

In Birmingham/Großbritannien wendet sich der Imam der dortigen zentralen Moschee an seine Gemeinde, um die 14-jährige Sarah Dunn zu suchen, die vor einigen Wochen von zu Hause abgehauen war und sich vermutlich bei einer muslimischen Einwandererfamilie verschanzt hat. Sie hatte ihr Elternhaus im Streit verlassen, nachdem ihre Mutter daran Anstoß genommen hatte, dass das Mädchen begonnen hatte, sich intensiv mit dem Koran zu beschäftigen und ihre Freizeit mit muslimischen Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft verbracht hatte. Den Rest des Beitrags lesen »

Burqa-Boy und seine Fangemeinde

In Tagesgeschehen on Oktober 27, 2009 at 12:59 am

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, zum Prozessauftakt gegen den mutmaßlichen Mörder der zweifachen Mutter Marwa Al-Schirbini jedweden Sarkasmus stecken zu lassen – da ich selbst Vater eines Kindes bin, wollte ich darauf alleine schon aus Gründen der Anteilnahme gegenüber der Familie des Opfers verzichten.

Leider machen es mir die Begleitumstände dieses Prozesses jetzt schon unmöglich, diesen guten Vorsatz durchzuhalten, denn was sich bereits im Umfeld des ersten Verhandlungstages abgespielt hatte, erinnert einmal mehr daran, dass die freiwillige Proletarisierung in Teilen der heutigen Gesellschaft nicht selten noch schlimmer ist als die durch das SED-Regime erzwungene zu Zeiten der „DDR“, die Jörg Schönbohm einst so treffend skizziert hatte. Den Rest des Beitrags lesen »

Nur müdes Türkei-Bashing nach Marco-Urteil

In Gesellschaft on September 17, 2009 at 12:15 am

Andy Warhol war es, der einst das Recht jedes Menschen postulierte, einmal in seinem Leben für 15 Minuten ein Star zu sein. Marco W. aus Uelzen konnte diese 15 Minuten Ruhm in eine Super Extended Version von fast einem Jahr ausdehnen. In Oden wurde er besungen, als wahrer Demosthenes vor dem Herrn konnte er sich in der Geschichte deutscher Gegenwartsliteratur verewigen, nach seiner Ankunft zu Hause wurde jeder Klogang zum Titelseitenereignis und die Crème der deutschen Spitzenpolitik zeigte Zeit seines nicht ganz freiwillig verlängerten Türkeiurlaubs eine Geschäftigkeit, die man außerhalb von Wahlkampfzeiten sonst nicht einmal in Ansätzen wahrnehmen würde.

Heute wurde das erstinstanzliche Urteil gesprochen, Marco konnte mit Chips und Cola vor der Glotze verfolgen, dass über ihn statt von der Staatsanwalt geforderter 8 Jahre Haft eine Bewährungsstrafe verhängt wurde und bislang haben es bis auf eine Ausnahme nicht einmal die großen nationalhedonistischen, türken- und islamfeindlichen Blogs (bzw. die, die es werden möchten) für der Mühe wert gehalten, sich über das Land am Bosporus zu echauffieren. Na ja, wenn man es erst nach Wochen geschafft hat, den längst gelutschten Drops der Causa Natalie Bracht zu erschnüffeln, ist man erst mal anderweitig beschäftigt. 🙂

Möglicherweise wirkt aber auch die tiefe Zufriedenheit in diesen Kreisen darüber noch nach, dass eine merkwürdige Koalition von SPD-Linksausleger Verheugen bis hin zur extremen Rechten damals einhellig die sonst so gern strapazierte Forderung nach Unabhängigkeit der Justiz dem Waldheim-Syndrom anheimfallen ließ und sich gebarte, als wäre die Türkei eine Kolonie.

Möglicherweise ein Vorgeschmack darauf, was dem Land blühen würde, wenn es wirklich zu einem EU-Beitritt käme… Und Marco kann sich damit trösten, dass sich an ihn immerhin in einem Jahr noch mehr Leute erinnern dürften als an „Hass-Martin“ und „Arschloch-Christian“ (Big Brother) zusammen… 🙂

Am grundsätzlich hohen Niveau des deutschen Rechtssystems zweifle ich keine Minute, aber trotzdem muss die Frage gestattet sein, warum es kein auch nur annähernd so großes Interesse heimischer Politiker an der Qualität der Justiz  weckt, wenn zB ein Richter Riehe Gnadenlosigkeit gegenüber den Opfern schwerster Straftaten offenbart, wenn wieder mal ein gefährlicher Sittenstrolch durch ein windiges Gutachten vorzeitig frei geht oder wenn Homeschooling-Familien durch staatsautoritäre Rechtsauffassungen aus unserem Land vertrieben werden.