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Posts Tagged ‘Wertkonservativismus’

Türkische Schulen in Deutschland – eine Provokation!?

In Gesellschaft, Politik, Tagesgeschehen on April 17, 2010 at 11:37 am

Die Debatte rund um den Vorschlag des türkischen Premierministers Erdogan, die Möglichkeit zu schaffen, vom türkischen Staat finanzierte Schulen in Deutschland zu errichten, hatte bereits Anfang des Jahres die Gemüter erhitzt. Einen Debattenbeitrag auf dem befreundeten Blog des bekannten österreichischen Journalisten Andreas Unterberger möchte ich zum Anlass nehmen, hier einige Gedanken zu diesem Thema zu äußern, die sich – wie ich finde – gerade auch Konservative machen sollten, wenn sie an sich selbst den Anspruch stellen, keinen pawlowschen Reflexen zu folgen.   Den Rest des Beitrags lesen »

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Erzwingungshaft für Selbstdenker

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik on April 11, 2010 at 10:09 pm

(Gastbeitrag von Andreas Molau)

Dass wir uns immer mehr in Richtung Sozialismus und Einheitsstaat bewegen, zeigt das folgende Beispiel: Zwei Mütter wurden jetzt in Erzwingungshaft (Erzwingungshaft ist keine Strafe für eine begangene Ordnungswidrigkeit, sondern ist ein Beugemittel) genommen, weil sie aus religiösen, christlichen Motiven ihre Kinder nicht an einer Veranstaltung unter dem sonderbaren Titel „Mein Körper gehört mir“ teilnehmen lassen wollten. Muslime hätten vermutlich unter dem Schutz unserer Multikulti-Fanatiker gestanden. Der Titel erinnert an die krampfhafte Legitimation der Abtreibungsfanatiker, die ihren Mord an ungeborenem Leben mit dem Motto „Mein Bauch gehört mir“ zu rechtfertigen versuchen.

Den bürgerlichen Willen brechen, um den sozialistischen Willen aufbauen zu können: Diese Strategie steckt hinter der Verächtlichmachung der Religion bei gleichzeitiger Frühsexualisierung von Kindern

An dem aktuellen Beispiel zeigt sich auch, wie die linke Ideologie durch Sexualisierung des Alltags ihr politisches Programm durchzusetzen versucht. Drittklässlern mit sexuellen Phantasien der Erwachsenen zu belästigen, ist eine typische Projektion der 68er. Den Kindern wird vermittelt, dass es positive sexuelle Berührungen gibt und negative, die sie zurückzuweisen lernen sollen. Man hat den Eindruck, als würde das Problem sexueller Belästigung von Kindern ein flächendeckendes sein. Medienkampagnen suggerieren, dass die Mehrheit der Kinder in ihren Familien oder in katholischen Gotteshäusern gefährdet sei. Den Rest des Beitrags lesen »

Trauer um Präsident Kaczynski

In Tagesgeschehen on April 11, 2010 at 8:48 pm

"Ich möchte, dass sich die Menschen für ihre Geschichte interessieren, dass sie Achtung für unsere Helden empfinden. Ohne dies kann ein Staat, kann ein Land nicht existieren. Das Museum zeigt auch, dass man die Gesellschaft verändern kann, wenn man etwas tut und an den Erfolg glaubt." (Lech Kaczynski zur Einweihung des Gedenkmuseums für den Warschauer Aufstand 1944)

Es geschah auf dem Weg zum Gedenken an das Massaker von Katyn, wo Kommunisten vor 60 Jahren weite Teile des polnischen Offizierskorps ermordet hatten. Als am Vormittag des gestrigen 10.April 2010 jene Tupolew der polnischen Luftwaffe, mit der Staatspräsident Lech Kaczynski und seine Begleiter aus der Spitze der polnischen Armee zum Veranstaltungsort gebracht werden sollten, im Landeanflug auf Smolensk abstürzte, verlor Polen einmal mehr wichtige Persönlichkeiten seiner Elite. Und allen voran einen großen polnischen Politiker und großen polnischen Patrioten.

Lech Kaczynski war ein verlässlicher Verbündeter der USA, Benjamin Netanyahu bezeichnete ihn außerdem als "großen Freund Israels"

Nachdem Lech Kaczynski zusammen mit seinem Zwillingsbruder Jaroslav seit Beginn der 80er-Jahre führend den Widerstand der Arbeiter in der Danziger Leninwerft und den Kampf der Gewerkschaft Solidarnosc gegen den Kommunismus und das Regime des steinzeitmarxistischen Diktators Jaruzelsky begleitet hatte, gestaltete er am Runden Tisch und nach der Herstellung der Demokratie in Polen auch als Senator, Sejm-Abgeordneter und später auch als Justizminister die Geschicke seines Landes mit. Den Rest des Beitrags lesen »

Lektüre (nicht nur) für Kirchenversteher

In Kultur und Zeitgeist, Religion, Rezension on April 5, 2010 at 5:55 pm

Eines vorneweg: Wer ohnehin schon weiß, dass die Römisch-Katholische Kirche nur dann noch eine Chance hat, wenn sie endlich mit der Zeit geht, ihre veralteten Moralvorstellungen aufgibt bzw. dass sie ohnehin in erster Linie nur für Missbrauchsskandale und Bevormundung steht, darf sich die Lektüre des im Sankt-Ulrich-Verlag erschienenen Buches „Die Wahrheit – Lehre und Streitfragen der Kirche von heute“ gerne schenken. Ihm wird sein Halbwissen aus Medien und einigen Jahren PISA-Bildung genügen, um für Partygespräche gerüstet zu sein.

Autor George Weigel und Papst Johannes Paul II. (Quelle: EPPC)

Wem hingegen die Pressemeldungen der letzten Wochen schon lange zum Halse raushängen, wer als Katholik nach einer verhältnismäßig kurzen, aber prägnanten und dabei doch tiefgründigen Aufarbeitung der wesentlichen Glaubenswahrheiten seiner Kirche sucht oder wer als Nichtkatholik aus erster Hand und nachvollziehbar die katholische Gedankenwelt kennen lernen möchte, der könnte an der genannten Schrift durchaus seine Freude haben und seinen Nutzen ziehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Happy Birthday Dr. Helmut Kohl!

In Politik, Tagesgeschehen on April 3, 2010 at 10:35 am

Das CC-Blog wünscht dem Kanzler der Einheit und Regierungschef der Jahre 1982-1998, Dr. Helmut Kohl, alles Gute zu seinem 80. Geburtstag, ein frohes Osterfest, privat – erst recht nach den vielen Schicksalsschlägen – einen erfüllten Ruhestand und wir wünschen es Deutschland, dass eines Tages wieder mehr Politiker von seinem Format Verantwortung tragen können.

Was über all seinen Verdiensten steht, ist natürlich, dass er 1989 zur richtigen Zeit mutig und entschlossen die richtigen Entscheidungen getroffen hatte. Als die linksgewirkte Presse unisono vor der Wiedervereinigung warnte, nachdem bis in die eigene Partei hinein Politiker über Jahre hinweg diese als „Lebenslüge der Republik“ oder Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet hatten, als die linksextremen „Grünen“ und Kommunisten aller Schattierungen sowie deutschfeindliche Einpeitscher im Ausland lautstark ihre Sorge über ein neues „Großdeutschland“ heuchelten und westliche Intellektuelle besser wussten, was die Menschen in der „DDR“ wollten (nämlich „gar keine Wiedervereinigung“) als diese selbst, war es Helmut Kohl, der – teilweise ohne seine Kabinettskollegen zu informieren – mit seinem „10-Punkte-Plan“ in die Offensive ging und vollendete Tatsachen schaffte. Von diesem Moment an war die Büchse der Pandora geöffnet und die Wiedervereinigung nicht mehr aufzuhalten. Den Rest des Beitrags lesen »

Bürgerbegehren für freien Sonntag

In Politik on Februar 11, 2010 at 12:24 am

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat der CSU-Europaabgeordnete Martin Kastler seine Unterstützung für das erste EU-weite Bürgerbegehren zum Schutz des Sonntags als Ruhetag erklärt.

Kastler betonte in diesem Zusammenhang, jene Mittel nutzen zu wollen, die der Vertrag von Lissabon biete, um die direkte Demokratie zu stärken und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich auch abseits der Europawahlen in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen.

Besonders für Kinder sei der Sonntag von besonderer Wichtigkeit, betonte der zweifache Vater. In Anlehnung an ein altes Gewerkschaftsmotto hat Martin Kastler den Slogan „Sonntags gehören Mami und Papi uns“ als Arbeitstitel für die Initiative gewählt.

Martin Kastler argumentiert: „Der arbeitsfreie Sonntag ist ein Teil unserer europäischen Kultur. Er gibt uns Zeit für Familie, Ruhe, Begegnungen, Ehrenamt und Religion. Wie viel ärmer wäre ein Leben, das nur noch aus Werktagen bestünde.“

Der Sonntagsschutz soll dazu beitragen, dass Europa als Reaktion auf die Alterung der Gesellschaft zum kinderfreundlichsten Kontinent der Welt werde. Unterstützung erwartet sich Kastler dabei aus allen politischen Lagern.

Mir ist klar, dass viele Leser, insbesondere aus dem wirtschaftsliberalen oder libertären Spektrum, die Initiative nicht unterstützen werden, da sie in verbindlichen gesetzlichen Regelungen über die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen eine zu weitgehende staatliche Intervention in das Marktgeschehen sehen.

Andererseits ist die Argumentation Martin Kastlers nicht unstimmig. Die Sonntagskultur hat in Deutschland einen Stellenwert, der es rechtfertigt, sie aus kulturellen, religiösen und sozialen Erwägungen besonders zu schützen. Auch gibt es jetzt schon in Deutschland zahlreiche Ausnahmen für Betriebe, die an Sonntagen wichtige Dienstleistungen verrichten. Diese sind jedoch so gestaltet, dass damit ein Schutz für Beschäftigte verbunden ist, die regelmäßig in schwächeren Verhandlungspositionen sind. Ein verbindlicher Sonntagsschutz würde Abweichungen ermöglichen, aber im Interesse der betroffenen Arbeitnehmer zum Preis von Sonntagszuschlägen oder privilegierten Zeitausgleichsregelungen.

Wer die Initiative von Martin Kastler unterstützen möchte, kann dies hier online tun.

„Inverse Gutmenschen“ – Stunk unter „Islamkritikern“

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Politik, Religion, Tagesgeschehen on Dezember 8, 2009 at 1:16 am

 Es war der größte Triumph seit Bestehen dieses Modetrends: Die „Anti-Islam-Bewegung“, wie sie das rechtskonservative Schweizer Nachrichtenportal „winkelried“ nennt, hatte erstmals in Europa bei einer Abstimmung eine absolute Mehrheit für ein Anliegen verzeichnen können.

Waren es bislang allenfalls Achtungserfolge politischer Parteien gewesen, die antiislamische Agitation in den Vordergrund ihrer politischen Aktivitäten gestellt hatten, waren die 57% für die Initiative zum Minarettverbot in der Schweiz ein Ergebnis, das zweifellos eine neue Dimension im Zuspruch zu Anliegen dieser Art darstellte. Das Ergebnis fand weit über die Grenzen der Schweiz hinaus Beachtung.

Während das Minarettverbot in vielen mehrheitlich islamischen Staaten wie der Türkei Unverständnis und Misstrauen auslöste, war der Jubel unter rechtspopulistischen, rechtskonservativen und rechtsextremistischen politischen Parteien und Bewegungen sowie in der „islamkritischen“ Blogosphäre am Lautesten.

Dabei vergaßen teilweise auch Personen im Taumel der Schadenfreude für einen Moment ihre Kinderstube, die im Moment der Verkündung des Abstimmungsergebnisses erlebt haben mussten, wie jahrzehntelange äußerliche Anpassung und Selbstdomestizierung im Rahmen des politisch korrekten Diskurses hinweggeschwemmt wurden wie Blütenstaub durch den Sommerregen.

So hetzt etwa der geschäftsführende Gesellschafter einer österreichischen Internetmarketingfirma in einem Ton gegen die zweitgrößte Weltreligion, der sich von Leitartikeln der „Deutschen Stimme“ nicht mehr in einer wirklich wesentlichen Art und Weise unterscheidet.

Bild: Aufgeklärte Humanisten im Einsatz für die Verteidigung westlicher Errungenschaften

Auch so manche permanent mit dem Vergessenwerden kämpfende C-Promis wie „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer stiegen erhobenen Hauptes aus der Gruft, um den verdutzten Muslimas zu erklären, dass sie und ihre Gesinnungsgenossinnen deren wahre Bedürfnisse besser kennen als diese selbst – sekundiert von rechtsradikalen Hassblogs, die Schwarzers Angelegenheit zu ihrer eigenen machen und im Hijab das „islamische Hakenkreuz“ zu erblicken meinen. Ob ein NS-Vergleich eine Verharmlosung oder den Ausdruck eines besonders kritischen Bewusstseins darstellt, entscheidet dabei wieder einmal die subjektive Willkür dessen, der sich eines solchen bedient. Solange Ralph Giordano, sozusagen die Claudia Roth unter den Antiislamisten, keinen Einspruch geltend macht, scheint diesbezüglich jedenfalls kaum Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein.

„Was der Musel denkt, ist einerlei…“

„Islamkritik“ zeichnet sich dadurch aus, dass sie kein nachvollziehbares Ziel kennt, ausschließlich von wechselseitiger Selbstbestätigung der Akteure untereinander lebt und jeden ernsthaften und unvoreingenommen Dialog als „Dialüg“ ablehnt, zumal man den Andersdenkenden, sollte er die eigene vorgefasste Meinung nicht bestätigen können, immer noch der „Taqqiya“ zeihen und damit wieder an den gewünschten Pranger stellen kann. Egal, welche Position Muslime einnehmen: Aus Sicht der „Islamkritiker“ ist sie immer Beweis für die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung und für die abgrundtiefe Bösartigkeit ihrer Gegner. Den Rest des Beitrags lesen »

Minarettverbot: Brillanter BILD-Kommentar

In Gesellschaft, Kultur und Zeitgeist, Tagesgeschehen on Dezember 4, 2009 at 9:11 am

Dass ich die BILD-Zeitung lobe, kommt reichlich selten vor. Umso mehr sollte aber gewürdigt werden, wenn in dem Massenblatt Kommentare wie dieser hier erscheinen:

„Liebe Minarette,

ich fühle mich nicht von Euch bedroht. Bedroht fühle ich mich von unseren leeren, einsamen, christlichen Kirchen, von Klassenzimmern ohne Kreuze, Religionsunterricht als Hobby. Grotesk, dass das Bundesverfassungsgericht entscheiden musste, dass der Sonntag der „Arbeitsruhe und seelischer Erhebung“ gehört.

Minarett-Verbot: Wie viel Kirchturm erlaubt Allah?

Die Moscheen sind voll, unsere Kirchen sind leer. Unser Gott ist die Toleranz, die Diskussion, die Konferenz, die Konfliktforschung.

Wie wäre es, wenn wir wieder beten: „Vater unser, der du bist im Himmel.“ Ich habe Angst, dass unsere Kirchen Ruinen werden, unsere Pfarrer arbeitslos und die Bibel bei Ebay verramscht wird. Ich habe keine Angst vor Minaretten, ich habe Angst, dass unser Gott in Deutschland ein Fremder wird. Wir gehen nicht mehr in die Kirche, nur noch selten spricht eine Mutter ein Nachtgebet, Kinder kriegen auch kein Frühstück. Meine Mutter zeichnete mir vor dem Einschlafen das Kreuz-Zeichen auf die Stirn. Macht das heute noch eine Mutter?

Gott fehlt uns, unser Gott.

Herzlichst

Ihr F. J. Wagner“

Wie war das noch mal mit dem blinden Huhn? 🙂 Aber immerhin hat sich die BILD bisher noch nicht in die Phalanx der „islamkritischen“ Scharfmacher eingereiht, die jetzt Morgenluft wittert. Es ist zu hoffen, dass die Erinnerung an die ungesunden Nebenwirkungen der „judenkritischen“ Bewegung, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland den Zeitgeist prägte, immer noch stärker ist als die Angst vor einem drohenden Ende des Alkoholausschanks am Ballermann, dem Verbot von Bauchfreitops oder einer Zwangsernährung mit Halal-Bratwürsten. Ganz zu schweigen darüber, dass in den Schulen künftig statt der Pausenglocke der Adhan ertönen wird!

Mit der Selbstgewissheit einer Kultur, die sich durch ein Stück Stoff in ihren Grundfesten bedroht sieht, kann es ja nicht weit her sein.

PS: Übrigens wissen wir jetzt auch, dass die „Topmodel“-Show ein Akt des islamkritischen Protests ist (und jeder Bulimie-Teenie eine Widerstandskämpferin gegen den islamischen Eroberungsdrang) und dass sich Frauen in unseren Breiten nicht nur ausziehen und abmagern, um auf den Hunger in der Welt und darauf hinzuweisen, dass viele Menschen kein Geld für anständige Bekleidung haben, sondern auch darauf, dass Tiere frieren müssen und nach Burqas und Bulgur schreien.

MdEP Martin Kastler spricht Tacheles

In Politik, Tagesgeschehen on Dezember 2, 2009 at 8:17 am

Das renommierte katholische Nachrichtenportal kath.net hat kürzlich den über die Liste der CSU ins Europaparlament gewählten MdEP der EVP, Martin Kastler, interviewt.

Er gehört dem fränkischen Bezirksverband unter Dr. Markus Söder an und ist bisher durch eine deutliche konservative Ausrichtung aufgefallen.

Martin Kastler im O-Ton:

Kath.net: Seit September hat das neu gewählte Europäische Parlament seine Arbeit aufgenommen. Was sind die aktuellen Herausforderungen?

Kastler: Das Europaparlament hat durch den Lissabon-Vertrag mehr Mitspracherecht erhalten. Es muss jetzt beweisen, dass es in der Lage ist, verantwortlich mit diesem Kompetenzgewinn umzugehen und nicht in blinden Aktionismus zu verfallen. Zwar ist das Europäische Parlament das einzige direkt von den Menschen gewählte Organ der Europäischen Union, eine Wahlbeteiligung von EU-weit nur noch 43,1 Prozent ist jedoch ein Alarmzeichen. Als EU-Parlament müssen wir den Menschen künftig besser vermitteln, warum unsere Arbeit für sie wichtig ist. Wir dürfen als Abgeordnete nicht selbstgefällig unseren Kompetenzgewinn feiern und andererseits riskieren, dass unsere demokratische Legitimation durch eine immer geringe Wahlbeteiligung sinkt. In Deutschland wäre ein erster Schritt zu mehr Transparenz eine Reform des Wahlrechts. Wir sollten unsere Europaabgeordneten wie auch bei der Bundestagswahl in Wahlkreisen statt über eine Landesliste wählen können.

Kath.net: Wo stehen christliche Positionen derzeit besonders in der Diskussion?

Kastler: Die Diskussion um „klassische“ Wertethemen wie Familienpolitik oder Bioethik wird im ersten Halbjahr 2010 unter spanischer Ratspräsidentschaft erheblich an Schärfe gewinnen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero macht seit 2004 vor, wie eine linksideologische Gesellschaftspolitik aussieht. Es ist zu befürchten, dass er seine Ratspräsidentschaft nutzen möchte, um einige Elemente hiervon auf die Gesamt-EU zu übertragen. Die geplanten Aktivitäten verheißen nichts Gutes. So stehen die angebliche „Geschlechtergleichheit“ und die sogenannte „Antidiskriminierung“ ganz oben auf seiner Prioritätenliste. Es soll eine neue Antidiskriminierungsrichtlinie auf den Weg gebracht werden und mehrere Großkonferenzen zu den Themen „Frauen“ und „Gleichheit“ veranstaltet werden. Hinter diesen Schlagworten verbergen sich auch ideologische Forderungen nach freier Abtreibung und Homosexuellen-Verheiratung. Wenn man sich diesen Ansätzen als Christ und als Konservativer widersetzt, kann man schnell ins Kreuzfeuer geraten. Im Übrigen fällt auf, dass unter den Stichworten „Antidiskriminierung“ und „Geschlechtergleichheit“ fast nur über Frauen gesprochen wird. Wir brauchen aber auch Strategien in der Männer- und Jungenpolitik. Das ist ein Thema, dem ich mich künftig verstärkt annehmen möchte.

Kath.net: Stichwort Kreuz-Urteil: Viele ärgern sich, doch kann man noch etwas tun?

Kastler: Da sprechen Sie etwas an, was mir sehr am Herzen liegt. Ich habe das Straßburger Urteil als „Schande für Europa“ bezeichnet. Schande deshalb, weil es unsere Wurzeln und unsere Identität verleugnet. Und diese Identität baut nun einmal auf dem christlichen Wert- und Menschenbild auf. Zur Religionsfreiheit gehört auch das Recht, seinen Glauben öffentlich auszuüben. Wenn wir dies verneinen, ist dies ein Schlag ins Gesicht derer, die in anderen Ländern unter Einsatz ihres Lebens für Religionsfreiheit kämpfen. Trotzdem hilft alles lamentieren wenig. Christen und alle Menschen, denen die Religionsfreiheit wichtig ist, müssen jetzt zusammenstehen und eine Revision dieses Urteils fordern.

Das komplette Interview gibt`s hier

PS: Noch ein Wort zum Minarett-Referendum in der Schweiz: Die Schweiz ist mit ihrer direkten Demokratie ein Vorbild für andere Länder. Das Ergebnis ist selbstverständlich zu respektieren. Selbstverständlich sind auch nicht alle Schweizer, die für das Minarettverbot gestimmt haben, Links- oder Rechtsextreme, Atheisten oder islamophob. Viele wollten auch einfach ihrer Angst vor Identitätsverlust oder ihrem Protest gegen Teile der politischen Klasse Ausdruck verleihen, vor allem gegen linke Gutmenschen, die versuchen, den Islam als Rammbock gegen christliche Restbestände in Europa zu benutzen. Inhaltlich halte ich das Votum dennoch für falsch und für eine vertane Chance. Ich kann die Kritik der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinden an der Initiative nachvollziehen.

Profitieren könnten von diesem Votum in ganz Europa Kräfte, die ein gebrochenes Verhältnis zur Religionsfreiheit haben. Entsprechende Kommentare auf diversen Webseiten und Blogs machen deutlich, dass die auf der Welle des Modetrends „Atheismus“ mitschwimmende „Anti-Islam-Bewegung“, obwohl sie bei Bedarf gerne versucht, angesichts zweifellos deutlich zu verurteilender Verfolgungen von Christen in mehrheitlich islamischen Ländern Christen zu vereinnahmen, mit diesen nichts am Hut hat. Um dem Islam zu schaden, würde man die Christen jederzeit über die Klinge springen lassen und – ganz im Sinne des Neo-Hoxhaismus – auch von Angehörigen anderer Religionen als des Islam verlangen, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu verstecken. Christen wären als Dhimmis eines Staatsatheismus nach Vorbild Hoxha-Albaniens, der „DDR“ oder Nordkoreas nur noch geduldet, solange sie im Kampf gegen den Islam nützen. Der Satz „Heute die, morgen Du“ sollte unter jenen Christen nicht in Vergessenheit geraten, die klammheimliche Freude darüber empfinden, dass der angeblichen „Islamisierung“ Europas entgegengetreten wurde.

MdEP Bernd Posselt brachte es auf den Punkt: „Wer heute Minarette verbietet, wird morgen Kirchtürme schleifen und Kreuze abhängen.“

14-Jährige Ausreißerin will zum Islam konvertieren

In Gesellschaft, Religion, Tagesgeschehen on November 1, 2009 at 5:30 pm

Nein, das ist kein PI-Watchblog geworden. Nein, ich bin auch nicht konvertiert. Aber dass das Thema „Islam“ auch hier auf dem Blog immer breiteren Raum einnimmt, ist symptomatisch dafür, dass dieses derzeit nicht nur im konservativen Spektrum (welches CC ansprechen soll) für Gesprächsstoff sorgt wie kaum ein anderes.

Und manchmal – wobei ich das in wesentlich anderem Sinne meine als PI – eignen sich Zeitungsartikel über Alltagssituationen oder ganz normale Schlagzeilen durchaus, um Nachdenklichkeit zu erzeugen, die nötig ist, um diesem Thema gerecht zu werden.

In Birmingham/Großbritannien wendet sich der Imam der dortigen zentralen Moschee an seine Gemeinde, um die 14-jährige Sarah Dunn zu suchen, die vor einigen Wochen von zu Hause abgehauen war und sich vermutlich bei einer muslimischen Einwandererfamilie verschanzt hat. Sie hatte ihr Elternhaus im Streit verlassen, nachdem ihre Mutter daran Anstoß genommen hatte, dass das Mädchen begonnen hatte, sich intensiv mit dem Koran zu beschäftigen und ihre Freizeit mit muslimischen Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft verbracht hatte. Den Rest des Beitrags lesen »